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Immobilienpreise in der Provinz ziehen an

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 21.02.2015

Nachdem die Metropolen abgegrast sind, verlagert sich der Boom am Wohnungsmarkt in kleinere Städte. Teilweise sind die Immobilienpreise dort bereits deutlich gestiegen. Für Privatanleger ist das Investment in diese Immobilien trotz niedriger Zinsen sehr riskant: Im schlimmsten Fall könnte in der Provinz eine Immobilienblase drohen.

Der nächste Immobilienboom wird voraussichtlich in der Provinz stattfinden; bereits jetzt sind die Immobilienpreise in kleineren Städten deutlich gestiegen. Wie die „Welt“ berichtet, stürzen sich Investoren zunehmend auf Wohnimmobilien in Mittelstädten wie Magdeburg oder Kiel.

Der Investmentzyklus schreitet voran

Damit gehe der seit 2009 anhaltende Immobilienboom in Deutschland in die nächste Phase, erklärt Günter Vornholz, Professor für Immobilienökonomie an der EBZ Business School in Bochum. „Wir erleben derzeit eine geradezu lehrbuchmäßige Expansion des Investmentzyklus“, so der Experte. Zunächst waren im großen Stil Miethäuser und Eigentumswohnungen in den deutschen Metropolen wie Berlin, München und Hamburg gekauft worden. Nachdem sich Investoren in der zweiten Phase des Booms am Wohnungsmarkt auf kleinere Großstädte konzentrierten, zögen sie nun weiter in die Provinz.

Hohe Immobilienpreise in Metropolen schmälern Rendite

Hintergrund ist, dass die Immobilienpreise in den Großstädten deutlich stärker gestiegen sind als die Mieten. Dies schmälert die Renditen der Investoren deutlich. Nach Informationen der „Welt “ sind die Bruttorenditen aus Mieteinnahmen in Relation zum Kaufpreis von 7,7 Prozent zu Spitzenzeiten auf 3,3 Prozent gesunken. Zudem sei der Immobilienmarkt in den Metropolen so abgegrast, dass Investoren kaum noch passende Objekte finden würden, sagt Vornholz.

Experten sehen angesichts dieser Entwicklung die Gefahr einer neuen Blasenbildung. Eine Untersuchung des Berliner Forschungsinstituts Empirica zeigt, dass die Immobilienpreise in 160 von 402 Landkreisen und kreisfreien Städten im vergangenen Jahr stärker gestiegen sind als die Mieten. Für 73 Kreise sieht das Forschungsinstitut eine hohe Gefahr der Blasenbildung. Zusätzlich beflügelt wird der Immobilienboom durch die niedrigen Zinsen.

Dank niedriger Zinsen: Auch Privatanleger entdecken Immobilien als Geldanlage

Aufgrund günstiger Baufinanzierungen haben auch Privatanleger Immobilien als renditeträchtige Geldanlage entdeckt. Im aktuellen Zinstief übersteigen die Mieteinnahmen die Zinskosten nämlich deutlich. „Einige private Anleger finanzieren die gesamte Immobilie über Kredite, um mit den niedrigen Zinsen ihren Ertrag zu hebeln“, weiß Kai Wolfram, geschäftsführender Gesellschafter beim Immobiliendienstleister Engel & Völkers. Dies ist allerdings eine hochriskante Anlage, wenn der Kredit nicht schnell getilgt werden kann. Denn bei einem starken Zinsanstieg könnten die Mieteinnahmen nicht mehr ausreichen, um aufgenommene Kredite abzuzahlen. Für Einwohner von Mittelstädten mit expandierendem Immobilienmarkt, die über einen Eigenheimkauf nachdenken, könnte jetzt hingegen ein günstiger Zeitpunkt sein. Die Zinsen dürften kaum noch weiter sinken, während die Preise wahrscheinlich anziehen werden.

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