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Inflation in Deutschland aktuell auf Rekord-Tief

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 23.08.2014

Laut aktuellen Zahlen ist die Inflation in Deutschland so niedrig wie seit vier Jahren nicht mehr. Auch die Geldpolitik der Zentralbanken ändert daran scheinbar nichts. Die Politik hatte aufgrund der Mengen an günstigem Geld eigentlich eine steigende Inflation erwartet, doch die Mittel erreichen die Verbraucher letztlich nicht.

Nach aktuellen Informationen der „FAZ“ lag die Inflation in Deutschland im Juli bei einer Rate von 0,8 Prozent. Damit erreichte die Teuerungsrate ihren niedrigsten Stand seit vier Jahren. Die aktuelle Entwicklung sorgt für Rätselraten, denn aufgrund von Wirtschaftswachstum, niedrigen Arbeitslosenzahlen und der Geldpolitik der Zentralbanken müsste die Inflationsrate eigentlich deutlich höher liegen. Für Sparer hat der geringe Geldwertverfall allerdings auch Vorteile.

Viele Verbraucherpreise sinken

Zuletzt sanken an deutschen Tankstellen auch noch die Spritpreise, nachdem zuvor der Preisanstieg bei Lebensmitteln nachgelassen hatte. Im Vergleich zum letzten Jahr kosten Kraftstoffe jetzt 3,1 Prozent weniger und auch für Heizöl müssen Verbraucher 6 Prozent weniger bezahlen. Nahrungsmittel sind mit 0,1 Prozent nur geringfügig teurer geworden und belasten die Portemonnaies der Kunden kaum stärker als früher. Kartoffeln sind sogar 32 Prozent günstiger geworden. Die geringe Inflation in Deutschland wirkt sich auf Sparer doppelt positiv aus: Zum einen können sie auch mit niedriger verzinsten Anlagen einen Wertverlust ihres Geldes verhindern und zum anderen bleibt durch die sinkenden Preise am Monatsende mehr Geld über. Sparanlagen als Tagesgeld oder Festgeld rechnen sich daher besonders für Neukunden, die von attraktiven Boni profitieren können, wieder mehr.

Geld hängt bei Banken fest

Die geringe Inflation in Deutschland überrascht. Seitdem die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihrer Politik des günstigen Geldes eigentlich die Inflationsrate steigern will, erwarten Experten den Anstieg der Verbraucherpreise. Zusätzlich sollten ein momentan gesundes Wirtschaftswachstum und die niedrige Arbeitslosigkeit dafür sorgen, dass viel Geld ausgegeben werden kann - was die Inflation weiter hätte antreiben müssen. Doch dem war und ist bisher nicht so. Otmar Issing, der frühere Chefvolkswirt der Bundesbank, erklärt die aktuelle Entwicklung laut der „FAZ“ damit, dass die Inflationsrate durch den Finanzmarkt gehemmt würde. So verfügen die Banken über umfangreiche günstige Geldmittel von den Zentralbanken, doch das Geld gelangt nur in geringem Umfang zu den Verbrauchern. Aktuell böten Banken weniger Kredite an und Unternehmen fragten weniger Finanzierungen nach. Das viele Geld der EZB stecke somit quasi fest und wirke sich kaum auf die Inflation in Deutschland aus.

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