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Bundesbank: Inflationsrate könnte weiter fallen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 28.12.2014

Der Bundesbankpräsident zieht in Betracht, dass die Inflationsrate in Deutschland in den negativen Bereich fallen könnte. Allerdings drohe noch keine kritische Deflation, welche strikte Maßnahmen von der Bundesbank erforderlich machen würde. Während Wirtschaft und Politik über Mittel und Wege beraten, rettet die geringe Inflation Sparern den Wert ihrer Einlagen.

Sparer und Verbraucher freuen sich aktuell über niedrige Ölpreise und eine geringe Inflationsrate. Doch für Wirtschaft und Politik ist die momentane Situation deutlich weniger positiv. Wenn das Geld immer teurer und Waren immer günstiger werden, fährt die Wirtschaft normalerweise traditionell die Investitionen herunter, um während einer möglichen Deflation zu sparen. Das dadurch eingeschränkte Wirtschaftswachstum hätte negative Auswirkungen auf das ganze Land. Doch so weit gehen die Befürchtungen der Bundesbank noch nicht.

Negative Inflationsrate ist möglich

Nach Informationen des „Spiegels“ sagte Bundesbankpräsident Jens Weidmann gegenüber Pressevertretern, dass die Inflationsrate im nächsten Monat unter null sinken könnte. Die letzten Prognosen der Bundesbank gingen noch davon aus, dass die Inflationsrate bei 1,1 Prozent liegen werde. Ein Hauptgrund für den Preisverfall sei der Ölpreis. Seit November ist dieser bereits um 25 Prozent gefallen und wirkt sich damit deutlich auf das Preisniveau in Deutschland aus. Dies könnte zu einer zeitweiligen Deflation führen.

Kritische Deflation unwahrscheinlich

Genau diese Deflation fürchten Wirtschaft und Politik. Werden die Waren immer günstiger und die Kaufkraft des Geldes steigt, müssten Unternehmen ihre Gewinnerwartungen zurückfahren. Eine Folge davon könnte sein, dass weniger Investitionen getätigt und durch allgemeine Einsparmaßnahmen Arbeitsplätze und Löhne reduziert werden. Doch solch ein Szenario sieht der Bundesbankchef noch nicht. „Eine für einige Monate unter null liegende Inflationsrate stellt für mich noch keine Deflation dar“, sagte Weidemann.

Sparern kommt die Inflationsrate aktuell sogar entgegen. Durch den geringen Wertverfall des Geldes können auch durch klassische Sparanlagen wie Tagesgeld oder Festgeld kleine Zinsgewinne erzielt werden. Ein schleichender Wertverlust findet somit zumindest jetzt kaum noch statt.

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