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Erster Testlauf: Der Iran will Bargeld abschaffen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 01.11.2015

Der Iran möchte auf längere Sicht das Bargeld abschaffen und wird die Umsetzung vorerst auf einer Insel testen. Auch in mehreren anderen Staaten wird darüber diskutiert, auf Bargeld zu verzichten und die Verbraucher stattdessen nur noch bargeldlos bezahlen zu lassen.

Die iranische Zentralbank will laut Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) das Bargeld abschaffen. Verbraucher sollen in Zukunft ausschließlich bargeldlos bezahlen. Dieser Plan soll zunächst auf der Insel Kisch im Persischen Golf getestet werden. Kisch ist eine Freihandelszone und verfügt über viele Einkaufszentren, wo Kunden mit  ihrer Bank- oder Kreditkarte bezahlen können. Der Präsident der iranischen Zentralbank lobte die positiven Effekte, die der elektronische Bankservice in den vergangenen Jahren gezeigt habe.

Bargeldlos bezahlen noch nicht überall im Iran möglich

Dennoch ist es im Iran vielerorts noch nicht möglich, bargeldlos zu bezahlen. Das Problem liegt in erster Linie bei den Händlern, nicht bei den Verbrauchern: Viele Iraner besitzen Bankkarten, mit denen der Zahlbetrag direkt von ihrem Girokonto abgebucht wird. Allerdings gibt es in viele Läden noch keine Kartenlesegeräte, die bargeldlose Transaktionen ermöglichen. Auch in vielen Taxis ist nur Barzahlung möglich. Bevor das Land also tatsächlich das Bargeld abschaffen kann, sind vermutlich noch zahlreiche technische Anpassungen erforderlich.

Auch andere Staaten möchten eventuell das Bargeld abschaffen

Einige Experten sprechen sich schon länger für eine Abschaffung des Bargelds aus. Hauptargumente sind die Eindämmung von Kriminalität mit Falschgeld und die größeren Spielräume für die Geldpolitik der Notenbanken. Auch in Europa sind schon erste Schritte in diese Richtung erfolgt: In Dänemark sind kleinere Geschäfte und Tankstellen nicht mehr verpflichtet, Bargeld anzunehmen. Ab 2017 sollen in dem skandinavischen Land keine neuen Banknoten mehr gedruckt werden. In Italien, Frankreich und Spanien gibt es Höchstbeträge für Barzahlungen. Die Deutsche Bundesbank spricht sich allerdings dagegen aus, Bargeld abzuschaffen. Viele Bürger schätzen das einfache Zahlungsmittel, weil es Sicherheit, Kontrolle über die eigenen Finanzen und gleichzeitig ein gewisses Maß an Anonymität bietet.

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