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Jedes siebte Kind in Deutschland lebt in Armut

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 03.06.2016

Die Zahl der Kinder, die in Deutschland in Armut leben ist 2015 um etwa zwei Prozent gestiegen.  In einigen Regionen ist jedes Dritte Kind abhängig von Hartz-IV-Leistungen.  Linkenpolitikerin  Zimmermann wirft der Bundesregierung vor zu wenig gegen Kinderarmut zu tun und fordert eine Erhöhung der Hartz-IV-Regelsätze für Kinder

Rund 1,54 Millionen Kinder unter 15 Jahren in Deutschland waren im vergangenen Jahr auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen. Damit lebt etwa jedes siebte Kind in Deutschland in Armut. Zu diesem Ergebnis kommt Linken-Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann, die anlässlich des internationalen Kindertags am 1. Juli Daten der Bundesagentur für Arbeit auswertete.

Deutliche regionale Unterschiede bei der Kinderarmut

Demzufolge ist die Kinderarmut in Deutschland 2015 deutlich gestiegen: Im Vorjahr waren rund 30.000 Kinder weniger abhängig von Hartz-IV. Auffällig waren die die starken regionalen Unterschiede. Den Zahlen zufolge lebte in Bremen und Berlin jeweils nahezu ein Drittel der Kinder in Armut. In Bayern hingegen, dem Bundesland mit der niedrigsten Kinderarmutsquote, waren nur 6,5 Prozent der Kinder auf Hartz-IV angewiesen.  Insgesamt ist Kinderarmut in den ostdeutschen Bundesländern verbreiteter als in den westdeutschen, Bremen stellt hier eine Ausnahme dar: Im Osten sind im Schnitt mehr als 20 Prozent der unter 15-Jährigen betroffen, im Westen nur etwa 13 Prozent.

Armut der Eltern als ursächliches Problem

Wie Zimmermann betonte, gehe es beim Thema Kinderarmut nicht direkt um die Situation der Kinder selbst, sondern vielmehr um die finanzielle Situation ihrer Eltern und deren Auswirkungen auf ihre Kinder. „In der enormen Anzahl der Hartz-IV-Beziehenden mit Kindern spiegeln sich die in vielen Regionen immer noch angespannte Arbeitsmarktlage mit viel zu wenigen Arbeitsplätzen und Niedriglöhne wider“, zitiert die Deutsche Presse-Agentur (dpa) die Linken-Politikerin. Zimmermann warf der Regierungskoalition vor, nicht ausreichend gegen das seit Jahren bekannte Problem zu vorzugehen. Sie fordert eine Erhöhung der Hartz-IV-Regelsätze für Kinder.

Häufige Verfestigung von Armut bei Jugendlichen

Auch bei älteren Kindern und Jugendlichen zeichnet sich eine ähnliche Entwicklung: Zum ersten Mal seit einigen Jahren  stieg auch die Zahl der 15- bis 24-Jährigen, die von  Hartz-IV abhängig sind. Allerdings fiel der Anstieg deutlich moderater aus, nämlich um 8.600 auf 746.000 jugendliche Hartz-IV-Bezieher im Jahr 2015. Was die Zahlen auch verdeutlichen: Armut von Betroffenen verfestigt sich zunehmend. Wer mit Hartz-IV aufgewachsen ist, ist häufig im System staatlicher Förderung gefangen: Rund 300.000 junge Menschen in Deutschland sind bereits seit vier Jahren auf die staatliche Grundsicherung angewiesen. Dabei ist Deutschland das einzige Land in Europa, in dem die Jugendarbeitslosigkeit im einstelligen Bereich liegt, wie die „Süddeutsche Zeitung“ kürzlich mit Bezug auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit berichtete. Viele Jugendliche können also sogar einen regelmäßigen Gehaltseingang auf ihrem Girokonto verzeichnen.

Quellen: Frankfurter Allgemeine Zeitung/dpa, Süddeutsche Zeitung, Süddeutsche Zeitung

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