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Kapitalerträge: Banken hängen an Abgeltungssteuer

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 28.11.2015

Während SPD und Grüne sie schnellstmöglich abschaffen wollen, bekunden die deutschen Banken derzeit ihre Sympathie für die Abgeltungssteuer. Sie fürchten, eine Rückkehr zur individuellen Besteuerung von Kapitalerträgen hätte negative Konsequenzen für Anleger und auch die Finanzverwaltung. Seitdem der automatische Informationsaustausch über Kapitalerträge beschlossen wurde, ist die Diskussion um die Abgeltungssteuer erneut entbrannt.

Banken gelten im Allgemeinen nicht als große Freunde von Steuern. Doch jetzt sprechen sich  deutsche Geldinstitute für den Erhalt der Abgeltungssteuer aus. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, plädieren sowohl der private Bankenverband als auch der Deutsche Sparkassen- und Giroverband für die Beibehaltung der Abgeltungssteuer.

SPD und Grüne für schnellstmögliche Abschaffung der Abgeltungssteuer

Dabei existieren noch nicht einmal konkrete Pläne zur Abschaffung der Abgeltungssteuer. Seit der Verabschiedung des Gesetzes um automatischen Informationsaustausch über Kapitalerträge vor einigen Wochen steht die Abgeltungssteuer zur Disposition. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), der seit jeher als Gegner der pauschalen Besteuerung von Kapitalerträgen in Höhe von 25 Prozent gilt, hatte angesichts der Einführung des automatischen Informationsaustausches gefordert, in der kommenden Legislaturperiode die Abschaffung der Abgeltungssteuer zu prüfen. Ihm zur Seite stehen SPD und Grüne, die die Abgeltungssteuer schnellstmöglich abschaffen möchten und stattdessen die Versteuerung von Kapitalerträgen nach dem persönlichen Einkommenssteuersatz fordern. Dieser kann in der Spitze bei 42 Prozent liegen.

Bankenverbände fürchten höhere Belastung für Anleger

Die Bankenverbände sehen in der Rückkehr zur Besteuerung von Kapitalerträgen nach dem individuellen Steuersatz eine Verkomplizierung des Steuerrechts, sowohl für Steuerpflichtige als auch für die Finanzverwaltung. Zudem fürchtet der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Georg Fahrenschon, dass eine zielgerichtete private Altersvorsorge durch die Abschaffung der pauschalen Besteuerung schwieriger würde: „Ein Ende der Abgeltungssteuer würde für viele Verbraucher eine höhere Belastung ihrer Dividenden und Veräußerungsgewinne bedeuten und den Aufbau einer aktiengestützten Altersvorsorge erschweren“, warnte er im Rahmen einer Veranstaltung der „Wirtschaftswoche“. Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des privaten Bankenverbands, gab außerdem zu bedenken, dass es aufgrund der breiteren Bemessungsgrundlage der Abgeltungssteuer fraglich sei, ob die Rückkehr zur individuellen Besteuerung überhaupt zu den angestrebten Steuermehreinnahmen führen würde.

Union hält sich bezüglich der Besteuerung von Kapitalerträgen bedeckt

Die Union hat trotz Schäubles Vorstoß noch keine eindeutige Position zum Thema Abgeltungssteuer bezogen. CDU-Finanzexperte und stellvertretender Fraktionschef Ralph Brinkhaus bestätigte Schäubles Forderung, dass die Abgeltungssteuer einer Prüfung unterzogen werden müsste, wenn der internationale Informationsaustausch über Kapitalerträge 2017/2018 tatsächlich angelaufen sei. Doch gleichzeitig räumte er gegenüber dem „Handelsblatt“ ein: „Wir müssen dann aber auch im Auge behalten, dass die Abgeltungssteuer nicht nur zu Vermeidung von Steuerhinterziehung, sondern auch als Maßnahme zur Steuervereinfachung und Entbürokratisierung eingeführt worden ist.“

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