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Kaum Chancen für Langzeitarbeitslose

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 10.07.2016

Die deutsche Wirtschaft brummt, doch Langzeitarbeitslose profitieren kaum vom Aufschwung. Nur jeder Siebte findet eine Beschäftigung am regulären Arbeitsmarkt. Schuld daran trägt nach Meinung der Linkspartei auch die Politik, die sich bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit primär auf leicht vermittelbare Fälle konzentriert.

Trotz guter Konjunktur und damit einhergehender sinkender Arbeitslosigkeit finden Langzeitarbeitslose nur selten ins Berufsleben zurück. Nur 13 Prozent, also weniger als jeder achte, trat im vergangenen Jahr eine Stelle am regulären Arbeitsmarkt an und kann einen regelmäßigen Gehaltseingang auf seinem Girokonto verzeichnen. Dies geht aus der Antwort der Bundesagentur für Arbeit auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion hervor.

Offizielle Beendigung der Arbeitslosigkeit meist Rückzug vom Arbeitsmarkt

Allerdings wurden weitere 54 Prozent der im Schnitt 1,039 Millionen Langzeitarbeitslosen im vergangenen Jahr als „nicht mehr arbeitslos“ erfasst, wie „tagesschau.de“ berichtet. Diese Personen kehrten jedoch nicht an den Arbeitsmarkt zurück, sondern wendeten sich de facto von ihm ab. 36 Prozent wurden erwerbsunfähig, elf Prozent gaben die Suche nach einer neuen Beschäftigung offenbar auf und wurden wegen fehlender Mitwirkung oder Verfügbarkeit aus der Statistik gestrichen. Außerdem wechselte ein Teil der Langzeitarbeitslosen in die Rente oder den Vorruhestand.

Ein Drittel der von Arbeitslosigkeit betroffenen langfristig ohne Job

Als langzeitarbeitslos gelten Arbeitssuchende, die ein Jahr oder länger ohne Erwerbstätigkeit sind. Im vergangenen Jahr betraf dies rund jeden Dritten registrierten Erwerbslosen. Einer Meldung der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zufolge sind viele der Langzeitarbeitslosen bereits seit mehreren Jahren ohne reguläre Beschäftigung: 16 Prozent hatten bis zu zwei Jahre lang nicht mehr gearbeitet, acht Prozent bis zu drei Jahre nicht. Fünf Prozent blicken sogar auf bis zu vier Jahre ohne Beschäftigung am regulären Arbeitsmarkt zurück. Obwohl sich die Arbeitsagentur die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit bereits seit Jahren auf die Fahnen geschrieben hat, ist die Zahl derjenigen, die mehr als ein Jahr lang nach einer neuen Beschäftigung suchten,  nur um 2,7 Prozent zurückgegangen.

Linke wirft Bundesregierung Untätigkeit vor

Die Politik würde sich in erster Linie auf leicht vermittelbare Arbeitslose konzentrieren, so der Vorwurf der Linksfraktion. Die Daten seien  Beleg für die „die Erfolglosigkeit und Untätigkeit der Bundesregierung“, sagte ihre arbeitsmarktpolitische Sprecherin und Vizefraktionschefin Sabine Zimmermann. Sie forderte finanzielle Mittel für Weiterbildungsmaßnahmen und die Bereitstellung öffentlich geförderter Beschäftigungen für Langzeitarbeitslose. Zudem regte die Linken-Politkerin an, auch Arbeitgeber stärker in die Pflicht zu nehmen.

 

Quellen: tagesschau.de, Spiegel Online/dpa

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