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Kaum Wechsel von Krankenkassen trotz Zusatzbeitrag

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 27.01.2016

Die Erhöhung des Zusatzbeitrags bei vielen Krankenkassen führt voraussichtlich nicht zu einer Welle von Kündigungen. Auch wenn viele gesetzlich Versicherte über die gestiegenen Beiträge klagen, sind die Kosten meist nicht der ausschlaggebende Grund für einen Krankenkassenwechsel. Generell ist die Wechselbereitschaft unter den Kassenpatienten nur wenig ausgeprägt.

Obwohl ein Großteil der Krankenkassen ihren Zusatzbeitrag zum Jahresbeginn erhöht hat, müssen sie offenbar nicht mit massenhaften Kündigungen von wechselwilligen Mitgliedern rechnen. Wie das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) in einer jüngst veröffentlichten repräsentativen Umfrage ermittelte, spielt die Höhe der Beiträge für die Mehrheit der Mitglieder der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) nur eine untergeordnete Rolle und bewegt nur wenige Versicherte zu einem Krankenkassenwechsel.

Leistungen als wichtigster Grund für Krankenkassenwechsel

Rund drei Prozent der befragten GKV-Mitglieder nannten bei der Umfrage im dritten Quartal 2015 den Preis einer Krankenkasse als alleinigen Entscheidungsfaktor für einen Krankenkassenwechsel. Wichtiger ist den meisten Versicherten offenbar das Leistungsangebot, das für knapp 37 Prozent das entscheidende Kriterium bei der Wahl der Krankenkasse ist.

Für 23,8 Prozent der gesetzlich Versicherten ist die persönliche Betreuung und die Servicequalität das entscheidende Kriterium, dass Sie zu einem Krankenkassenwechsel bewegen könnte, für 12,9 Prozent sind es „allgemeine Sicherheits- und Zufriedenheitsaspekte“. Das Preisleistungs-Verhältnis ist für immerhin 13,3 Prozent der wichtigste Entscheidungsfaktor. Der Zusatzbeitrag allein ist jedoch nur für 3,4 Prozent ausschlaggebend.

Nur geringe Wechselbereitschaft bei Kassenpatienten

Grundsätzlich scheint das Bewusstsein für die Kosten und Beitragsstruktur bei den Versicherten allerdings nicht sonderlich ausgeprägt. Der Umfrage zufolge wussten vier von fünf Versicherten nicht, dass es Anfang 2015 eine Neuregelung der Beitragszusammensetzung gab.

Sogar noch mehr gesetzlich Versicherten, nämlich 83 Prozent, war nicht bekannt, dass sie einen von Ihrer Krankenkasse festgelegten Zusatzbeitrag zahlen. Daher dürften vielen Versicherten die Kostenunterschiede zwischen den einzelnen Kassen gar nicht bewusst sein. Dies ist eine mögliche Erklärung für die wenig ausgeprägte Bereitschaft zum Krankenkassenwechsel: Weniger als zehn Prozent erklärten im vergangen Jahr, darüber nachzudenken, die Krankenkasse zu wechseln. Bereits konkrete Wechselabsichten bekundeten sogar nur drei Prozent.

„Hektische Krankenkassenwechsel“ bei Einführung des Zusatzbeitrags

Dies sah vor der Reform der Beitragsstruktur Anfang 2015 noch ganz anders aus: Als der Zusatzbeitrag noch pauschal in Euro und Cent direkt an die Krankenkassen abgeführt werden musste, kam es laut dem Sachverständigenrat im Gesundheitswesen verstärkt zu „hektischen Krankenkassenwechseln“ in Kassen ohne oder mit niedrigerem Zusatzbeitrag. Dies führte nicht zum vom Gesetzgeber erhofften Wettbewerb um Qualität, sondern vielmehr zu einem Wettkampf der Krankenkassen untereinander, den Zusatzbeitrag möglichst zu vermeiden.

Durch die einkommensabhängige Erhebung des Zusatzbeitrags hat sich diese hohe Wechselbereitschaft doch offenbar wieder reduziert. „Auch wenn eine Reihe von Zusatzbeiträgen zum Jahresbeginn 2016 erhöht wurde, bleibt die Spanne zwischen niedrigen und hohen Zusatzbeiträgen im Vergleich zu früheren Beitragssatzdifferenzen weiterhin überschaubar“, sagte WIdO-Geschäftsführer Klaus Jacobs zu den Umfrageergebnissen.

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