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Kein Notgroschen: Viele Deutsche plagen Geldsorgen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 22.11.2015

Fast die Hälfte der Deutschen hat nach eigenen Angaben nicht ausreichend Geld, um monatlich etwas für finanzielle Engpässe zur Seite zu legen. Dementsprechend groß sind die Geldsorgen der Bundesbürger. Zieht ein Notfall unvorhergesehene Ausgaben nach sich, können sich diese viele nicht leisten. Dennoch ist die Zahlungsmoral deutscher Verbraucher vorbildlich.

Geldsorgen gehören für viele Deutsche offenbar zum Alltag. Unvorhergesehene Ausgaben, beispielsweise für dringende Reparaturen am Auto oder beim Defekt der Waschmaschine, sind für mehr als ein Viertel der Bundesbürger nicht zu bewältigen. Dies geht aus dem aktuellen European Consumer Payment Report des Kredit-Management-Dienstleisters Intrum Justitia hervor.

Geldsorgen auch bei guter eigener wirtschaftlicher Situation

Obwohl 25 Prozent der Befragten ihre wirtschaftliche Situation als gut und vier Prozent sogar als sehr gut beschreiben, können sich der Studie zufolge 28 Prozent im Notfall unvorhergesehene Ausgaben in Höhe eines halben durchschnittlichen Monatseinkommens nicht leisten. Dies sind deutlich mehr als die 18 Prozent, die ihre wirtschaftliche Lage als schlecht einschätzten. Insgesamt fürchten 23 Prozent, dass der Saldo ihres Girokontos nach Begleichen aller fälligen Rechnungen schon vor Monatsende in die roten Zahlen rutscht.

Fast die Hälfte ohne Rücklagen für den Notfall

Fatal ist, dass es sich 44 Prozent der Deutschen nach eigenen Angaben schlichtweg nicht leisten können, Rücklagen für einen finanziellen Notfall zu bilden. Der Hauptgrund für das knappe monatliche Budget liegt den Befragten zufolge in den hohen Preisen für Benzin, Strom, Gas und Heizöl.  Dabei könnten die Geldsorgen der Deutschen bereits mit einem kleinen Betrag, der monatlich beiseitegelegt wird, reduziert werden. „Das würde die finanzielle Situation entlasten und einige Ängste nehmen“, sagte  Jürgen Sonder, Geschäftsführer der Intrum Justitia GmbH. Als Richtwert gilt laut Intrum Justitia, dass im Notfall Ausgaben bis zur Höhe eines halben Monatsgehalts möglich sein sollten, ohne sich Geld leihen oder das Konto überziehen zu müssen.

Trotz Geldsorgen gute Zahlungsmoral

Trotz ihrer Geldsorgen bestätigt die Studie den Bundesbürgern eine gute Zahlungsmoral:  85 Prozent der Befragten gaben an, dass es ihnen wichtig sei, Rechnungen fristgerecht zu begleichen. Allerdings mussten auch 39 Prozent zugeben, in den zurückliegenden zwölf Monaten mindestens eine Rechnung nicht rechtzeitig bezahlt zu haben. Geldsorgen waren dabei nicht immer der entscheidende Grund – 70 Prozent von den säumigen Schuldnern hatten die Rechnung eigenen Angaben zufolge einfach vergessen. Nur bei knapp einem Drittel führte tatsächlich Geldmangel dazu, dass eine Rechnung nicht rechtzeitig beglichen wurde. Die Fakten sprechen ebenfalls für die vielzitierte deutsche Zuverlässigkeit: Im Schnitt werden Rechnungen hierzulande nach 13 Tagen bezahlt, also innerhalb des für Verbraucher üblichen Zahlungsziels von 14 Tagen.

 

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