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Keine Zinswende: EZB belässt Leitzins im Keller

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 06.12.2015

Die Spekulationen um eine Zinswende verdichteten sich in den letzten Monaten. Während die US-Notenbank Fed möglicherweise noch in diesem Jahr den Leitzins erhöhen könnte, steuert die EZB in die entgegengesetzte Richtung: Der Leitzins bleibt auf dem Rekordtief, Strafzinsen für Banken steigen sogar. Zudem wird die EZB länger als ursprünglich geplant Geld durch Anleihenkäufe in die Märkte pumpen.

Eine Zinswende ist in der Eurozone auch weiterhin nicht in Sicht – ganz im Gegenteil. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet, hat die Europäische Zentralbank (EZB) beschlossen, ihr großangelegtes Anleihenkaufprogramm um mindestens sechs Monate zu verlängern und auch der Leitzins bleibt bis auf weiteres im Keller.

EZB will mindestens bis März 2017 weiter Anleihen kaufen

Mindestens bis Ende März 2017 will die EZB monatlich 60 Milliarden Euro durch den Ankauf von Euro-Schuldtiteln in die Märkte pumpen, sagte EZB-Präsident Mario Draghi am Donnerstag. Sollte sich die Inflation bis dahin nicht dem von der EZB angestrebten Wert von knapp zwei Prozent angenähert haben, sei auch eine weitere Verlängerung möglich, so der europäische Notenbank-Chef. Bislang hatte die Geldschwemme durch die Anleihenkäufe der EZB kaum nachhaltige Auswirkungen auf die Inflationsrate im Euroraum. Im November ist die Teuerungsrate nach Informationen von „Tagesschau.de“ lediglich um 0,1 Prozent gestiegen.

 

Keine Zinswende im Euroraum: Leitzins bleibt im Keller, Strafzinsen steigen

Zudem beschlossen die Notenbanker, den Leitzins in der Eurozone weiterhin auf dem Rekordtiefststand von 0,05 Prozent zu belassen. Kreditinstitute können also weiterhin zu extrem günstigen Konditionen Geld von der EZB leihen. Während in den USA über eine baldige Erhöhung des Leitzinses spekuliert wird, ist eine Zinswende im Euroraum derzeit also nicht absehbar. Der sogenannte Einlagezins der EZB wurde sogar noch weiter gesenkt: von - 0,2 Prozent auf - 0,3 Prozent. Banken müssen künftig also noch höhere Strafzinsen zahlen, wenn sie nicht benötigtes Geld bei der EZB zwischenparken. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Kreditvergabe weiter anzukurbeln und so Investitionen zu fördern. Bislang käme das sehr günstige Zentralbankgeld nämlich nicht im von der EZB gewünschtem Maße über günstige Kredite bei Unternehmen und Verbrauchern an.

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