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Kfz: Vertragsstrafen bei erschummelten Rabatten

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 15.04.2016

Durch bestimmte Beschränkungen sind bei der Kfz-Versicherung hohe Rabatte möglich. Bewusst falsche oder auch einfach veraltete Angaben, beispielsweise zur jährlichen Fahrleistung, dem Fahrerkreis oder dem nächtlichen Abstellort können im Schadensfall allerdings richtig teuer werden. Vertragsstrafen und gegebenenfalls eine Kündigung durch den Autoversicherer können die Folge sein.

Autobesitzern, die bei Kfz-Versicherung Falschangaben machen oder gegen Einschränkungen im Vertrag verstoßen, um sich Rabatte zu sichern, drohen bei den meisten Versicherern Vertragsstrafen. Wie die Autoversicherer gegen erschlichene Rabatte vorgehen, hat die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen nun in einer Stichprobe untersucht.

Hohe Rabatte durch Einschränkungen möglich

Durch die Begrenzung auf eine jährliche Laufleistung oder eine Einschränkung des Fahrerkreises auf ältere Fahrer lassen sich bei der Autoversicherung Rabatte von bis zu einem Drittel der Jahresprämie erreichen. Es überrascht daher wenig, dass manche Versicherte bei Vertragsabschluss bewusst Falschangaben machen, um den Versicherungsbeitrag zu senken. Im Schadensfall lassen sich solche Schummeleien allerdings kaum vor dem Autoversicherer verbergen. Werkstattrechnungen weisen üblicherweise den aktuellen Kilometerstand aus, so kann der Versicherer rekonstruieren, ob die jährliche Fahrleistung eingehalten wurde. Und wenn ein nicht im Leistungsumfang eingeschlossener Fahrer, beispielsweise der 19-jährige Sohn, am Steuer saß, gelangt diese Information durch den Unfallbericht der Polizei an den Versicherer.

Hohe Vertragsstrafen bei vorsätzlichen Falschangaben

Kommen solche Falschangaben bei einem Schaden ans Licht, zieht dies Konsequenzen nach sich, die die Einsparung beim Versicherungsbeitrag meist mehr als nur aufheben. Richtig teuer wird es, wenn die Versicherung davon ausgeht, dass vorsätzlich geschummelt wurde, um Rabatte zu erhalten. Bei den meisten Versicherern werden in solchen Fällen Vertragsstrafen fällig.

Bei der Stichprobe der Verbraucherzentrale verlangten sieben Autoversicherer den doppelten Beitrag für das laufende Versicherungsjahr. Die Provinzial fordert in einem solchen Fall eine Vertragsstrafe von 500 Euro, bei der Württembergischen sind es 1.000 Euro. Nur die HUK verzichtete komplett auf Vertragsstrafen und nimmt lediglich eine rückwirkende Neuberechnung des Beitrags vor.

Wegfall von Rabatten bei Missachtung der Informationspflicht

Auch wenn Versicherte nicht absichtlich Falschangaben gemacht haben, sondern einfach nur vergessen haben, ihren Autoversicherer über Änderungen bezüglich der ursprünglichen Vereinbarungen zu informieren, schützt dies nicht vor Konsequenzen. Alle befragten Assekuranzen gaben an, in derartigen Fällen den Versicherungsbeitrag unter Berücksichtigung der neuen Gegebenheiten rückwirkend für das gesamte laufende Versicherungsjahr neu zu berechnen. Die Axa erhöht zudem die vereinbarte Selbstbeteiligung in der Kaskoversicherung um 500 Euro, wenn ein Schaden durch einen nicht im Versicherungsumfang eingeschlossenen Fahrer verursacht wurde.

Auswirkungen auf den Versicherungsschutz hat das Nichtmelden von Änderungen zunächst einmal nicht, alle befragten Anbieter leisteten dennoch im Schadensfall. Allerdings kann der Versicherer danach von seinem Kündigungsrecht Gebrauch machen und den Vertrag kündigen. Grundsätzlich steht der Versicherte in der Informationspflicht und muss Änderungen von Tarifmerkmalen von sich aus melden.

Quelle: Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

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