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Kinderarmut in Deutschland gestiegen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 16.09.2016

Die Kinderarmut in Deutschland hat zugenommen: Mittlerweile leben rund zwei Millionen Kinder in Familien, die auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen sind. Dabei sind allerdings auch starke regionale Unterschiede festzustellen. Die Quoten liegen zwischen teils unter fünf Prozent in Süddeutschland und teils über 30 Prozent in verschiedenen Großstädten.

Wie eine Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigt, ist die Kinderarmut in Deutschland in den vergangenen Jahren gewachsen. Dabei ist auffällig, dass der Anteil der Familien, die Hartz-IV-Leistungen beziehen, in Ostdeutschland gesunken und in Westdeutschland gestiegen ist.

Fast zwei Millionen Kinder beziehen Hartz-IV-Leistungen

Der Anteil der Kinder und Jugendlichen, deren Familien auf Hartz IV angewiesen sind, ist 2015 auf 14,7 Prozent gestiegen, was einer Gesamtzahl von über 1,9 Millionen entspricht. Im Vergleich zu 2014 waren es im vergangenen Jahr 52.000 Kinder mehr, die in Armut aufwuchsen. Die Forscher stellten fest, dass Kinderarmut kein kurzfristiges Phänomen ist: Durchschnittlich 57,2 Prozent der betroffenen Sieben- bis 15-Jährigen sind mehr als drei Jahre lang auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen. Besonders gefährdet sind Kinder von Alleinerziehenden oder aus besonders kinderreichen Familien. Die Hälfte der Betroffenen wächst mit einem Elternteil auf, 36 Prozent in einer Familie mit drei oder mehr Kindern. Alleinerziehende können oft nicht oder nur in begrenztem Umfang arbeiten und verzeichnen deshalb keinen ausreichenden Gehaltseingang auf ihrem Girokonto, um ohne staatliche Leistungen auszukommen.

Deutliche regionale Unterschiede bei der Kinderarmut

Die Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigt auch, dass Kinderarmut in Städten deutlich häufiger vorkommt als in ländlichen Regionen. Mit 40,5 Prozent sind in Bremerhaven die meisten Kinder betroffen, gefolgt von Gelsenkirchen (38,5 Prozent), Offenbach (34,5 Prozent), Halle (33,4 Prozent), Essen (32,6 Prozent) und Berlin (32,2 Prozent). Generell sind in Ostdeutschland besonders viele Familien von Hartz-IV-Leistungen abhängig: Mit einem Wert von 21,6 Prozent liegt der Anteil deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Trotzdem ist der Anteil der Kinder, die in Ostdeutschland in Armut leben, im Vergleich zum Jahr 2011 um 2,4 Prozent gesunken. In Westdeutschland kam es dagegen im selben Zeitraum zu einem Anstieg von 12,4 Prozent auf 13,2 Prozent. Auch wenn sich Ost und West also etwas angenähert haben, ist Kinderarmut in den neuen Bundesländern noch immer ein größeres Problem. Die niedrigsten Werte innerhalb Deutschlands finden sich in Bayern mit 6,8 Prozent und Baden-Württemberg mit 8 Prozent. Doch auch in diesen beiden Bundesländern kam es zwischen 2011 und 2015 zu einem leichten Zuwachs der Kinderarmut, nämlich um 0,4 beziehungsweise 0,5 Prozent.

Quelle: Bertelsmann Stiftung

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