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Kleingeld wechseln: EU-Regelung verursacht Gebühren

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 28.02.2015

Das altbewährte Sparschwein könnte bald ausgedient haben: Seit Anfang 2015 verlangen immer mehr Banken Gebühren von Kunden, die am Schalter Kleingeld wechseln, einzahlen oder sich auszahlen lassen möchten. Grund für diese Münzgebühren ist eine neue EU-Regelung, die Geldhäuser dazu anhält, jede einzelne Münze auf Echtheit zu überprüfen.

Statistisch gesehen ist nur eine unter 100.000 Münzen gefälscht. Dennoch müssen deutsche Banken seit Januar 2015 eine neue EU-Regelung umsetzen, die vorschreibt, dass jede einzelne Münze auf Echtheit sowie auf Verkehrssicherheit – sprich Beschädigungen und Ähnliches – überprüft werden muss. Dies bedeutet für Banken mehr Aufwand und höhere Kosten, denn das Prüfverfahren für die Münzen gemäß EU-Recht wird in der Regel an externe Dienstleister übertragen. Infolgedessen kommen auch auf Bankkunden, die Kleingeld wechseln, einzahlen oder sich auszahlen lassen möchten, Kosten zu: Viele Geldhäuser legen die Kosten für die Münzprüfung in Form von Gebühren auf die Verbraucher um, berichtet der Westdeutsche Rundfunk (WDR).

Einzelhändler besonders von Münzgebühren betroffen

Insbesondere der Einzelhandel leidet unter der neuen EU-Prüfverordnung für Münzen, da hier gewohnheitsgemäß sehr viel mit Hartgeld umgegangen wird. Wollen Bankkunden Kleingeld wechseln oder eine sonstige Transaktion damit vornehmen, müssen sie dies nicht länger gerollt, sondern stattdessen in speziellen Sicherheitstaschen, sogenannten Safebags, abgeben. Dabei erheben viele Banken eine Gebühr pro Safebag, der in der Regel auf eine gewisse Münzanzahl begrenzt ist. Diese Gebühren fallen je nach Geldinstitut unterschiedlich aus: Einige Banken beschränken sich beispielsweise auf Gebühren für das Einzahlen von Kleingeld, nicht aber für das Auszahlen.

Kleingeld wechseln: Steht dem Sparschwein das Aus bevor?

Private Sparer, vor allem Kinder, die über Monate hinweg in der Spardose daheim kleine Cent-Beträge ansparen, um sie irgendwann auf das Girokonto einzuzahlen, können die Gebühren unter Umständen umgehen. Kleine Mengen von bis zu 50 Münzen werden üblicherweise gebührenfrei angenommen. Auch angespartes Kleingeld von Kirchengemeinden oder Spendenorganisationen sind bei den meisten Banken von den Münzgebühren befreit. Verbraucher, welche die Münzgebühren umgehen möchten, können in einer Filiale der Bundesbank ihr Kleingeld wechseln – hier kann Münzgeld in beliebiger Höhe und Stückelung kostenlos getauscht werden.

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