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Kontoinhaber verstorben: Herrenlose Konten

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 31.08.2016

Viele Geldinstitute führen noch Konten, obwohl der Kontoinhaber verstorben ist. Nach Berechnungen kommen dadurch beträchtliche Summen zusammen, die den Banken und Sparkassen nicht zustehen. Nun werden Forderungen nach einem anderen System laut. Die Geldhäuser selbst halten die bisherige Praxis allerdings für ausreichend.

Wenn ein Kontoinhaber stirbt, kann es vorkommen, dass seine Erben nichts von dem Konto wissen und das Geld bei der Bank oder Sparkasse verbleibt. Hochrechnungen aus Nordrhein-Westfalen zufolge verfügen die deutschen Geldinstitute aktuell über rund zwei Milliarden Euro, die ihnen nicht gehören.

Verstorbener Kontoinhaber: Erben müssen informiert werden

Nordrhein-Westfalens Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) sieht nun Handlungsbedarf und fordert eine Verpflichtung der Geldinstitute, in solchen Fällen die Anspruchsberechtigten ausfindig zu machen. Das berichtet das „Handelsblatt“ mit Bezug auf die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Walter-Borjans sieht durch die Summen auf solchen herrenlosen Girokonten die Kapitalbasis der Banken gestärkt. Wenn der Kontoinhaber dagegen keine Erben hinterlassen hat oder diese nicht auffindbar sind, geht das Geld an die Länder, wo es laut des Ministers für die Allgemeinheit nützlicher sei als auf einer Bank. Auch der Verband Deutscher Erbenermittler (VDEE) sieht Nachholbedarf. Sein Sprecher Albrecht Basse schlägt ein öffentliches Register vor, in dem Erben selbst überprüfen können, ob ein Verstorbener noch über ihnen unbekannte Konten verfügte. In der Schweiz wurde ein solches zum Beispiel eingerichtet.

Geldinstitute sehen keinen Änderungsbedarf

Von den Banken und Sparkassen heißt es allerdings zu dem Thema: „Die deutsche Kreditwirtschaft sieht keinen Anlass, an der bestehenden und bewährten Praxis hinsichtlich nachrichtenloser Konten etwas zu ändern.“ Der Bundesverband deutscher Banken hält die bisherige Praxis laut „Handelsblatt“ für ausreichend: Wenn der Kontakt zu einem Kunden verloren gehe und zum Beispiel Post als unzustellbar zurückgesandt werde, stelle jedes Geldinstitut Nachforschungen an. Das Vermögen werde für den Kunden erhalten und die Bank sei damit nicht Eigentümer des Geldes. Walter-Borjans wirft allerdings auch die Frage auf, wie ehrlich die Geldinstitute in solchen Situationen mit den Kunden umgehen.

Quelle: Handelsblatt

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