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Kostenfalle bei Geldautomaten im Ausland

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 18.05.2016

Dänemark, Kroatien, Großbritannien, Schweiz: Viele Deutsche werden in den kommenden Monaten Geldautomaten außerhalb der Eurozone nutzen, um im Urlaub Geld abzuheben. Zahlreiche Automaten bieten ausländischen Kunden eine Abbuchung zum fixen Umrechnungskurs an. Dabei handelt es sich allerdings oft um gut getarnte zusätzliche Gebühren.

Pünktlich vor Beginn der Urlaubssaison warnt Stiftung Warentest vor überzogenen Gebühren für Barabhebungen an Geldautomaten mit sogenannter Sofortumrechnung außerhalb der Eurozone. Eine Stichprobe der Zeitschrift „Finanztest“ hat gezeigt, dass mit automatischer Umrechnung in die Heimatwährung des Kunden Verluste von bis zu zwölf Prozent möglich sind, wenn Verbraucher Geld abheben.

Abhebungen zu fixem Umrechnungskurs?

Reisende sollten daher in Ländern mit eigener Landeswährung unbedingt in dieser Geld abheben und die an vielen Geldautomaten angebotene Option eines fixen Umrechnungskurses in Euro verwerfen. Denn der angegebene Umrechnungskurs beinhaltet einen – oftmals kräftigen – Aufschlag, den der Automatenbetreiber einstreicht. Problematisch sei, so die Warentester, dass die hohen Gebühren, die im Umrechnungskurs enthalten sind, für Verbraucher kaum zu erkennen seien. Die Betreiber der Geldautomaten würden durch relativ kryptische Angaben wie der Warnung vor stetigen Wechselkursschwankungen, einem garantierten „fixen Kurs“ oder dem Hinweis auf „Gebühren: 0 %“ Verbraucher zur Fixkurs-Abhebung gedrängt. An einigen Automaten stießen die Tester zudem auf verwirrende Schaltflächen, die augenscheinlich Kunden zur Sofortumrechnung bewegen sollten.

Günstiger Geld abheben: Umrechnung durch die Bank

Bei der auch als „Dynamic Currency Conversion“, kurz DCC, genannten Methode wird das Girokonto oder die Kreditkarte des Kunden bei Abhebungen in einer Fremdwährung zum angegebenen Umrechnungskurs in Euro belastet. Wird auf die automatische Umrechnung verzichtet, wird dagegen die Fremdwährung verwendet und die Hausbank beziehungsweise der Kreditkartenanbieter rechnet den abgehobenen Betrag in Euro um. Dabei wird in der Regel ein deutlich günstigerer Umrechnungskurs angesetzt als bei der Sofortumrechnung. „Finanztest“ konnte in seinem Test Verluste zwischen drei und zwölf Prozent durch Sofortumrechnungen gegenüber dem Geldabheben ohne DCC feststellen.

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Methode auch in Deutschland verbreitet

Auch in Deutschland und anderen Ländern der Eurozone wird Reisenden aus Nicht-Euroländern am Geldautomaten eine Sofortumrechnung angeboten, wenn sie Geld abheben wollen. Zwar verzichten hierzulande laut Stiftung Warentest die etablierten Filialbanken wie Sparkasse, Volksbank, Commerzbank oder Deutsche Bank auf diese Option. Doch insbesondere Automatenbetreiber wie Euronet, Reisebank, Cardpoint oder Bankhaus August Lenz, die ihre Geldautomaten häufig an beliebten Touristen-Hotspots wie Flughäfen, Hotels, Einkaufsstraßen oder Ausgehmeilen platzieren, versuchen Reisende zum Geldabheben mit Sofortumrechnung zu bewegen und dadurch versteckte Gebühren zu kassieren. Auch bei der Kartenzahlung im Einzelhandel taucht die Option zur Sofortumrechnung gelegentlich auf – wenngleich auch deutlich seltener. Ob hierbei höhere Gebühren anfallen, sei für den Verbraucher laut „Finanztest“ – falls überhaupt – nur im Display des Kartenlesegeräts erkennbar. Viele Kunden würden einen Aufschlag jedoch erst bei der Überprüfung des Kassenbons bemerken.

Quelle: Stiftung Warentest / Finanztest

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