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Kostentreiber Restschuldversicherung beim Ratenkauf

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 23.12.2015

Der Handel lockt aktuell verstärkt mit Ratenkauf-Aktionen. Trotz verheißungsvoller Bezeichnungen wie „Null-Prozent-Finanzierung“ sind diese Angebote in der Regel mit Kosten verbunden, die nicht wenige Verbraucher in eine Schuldenfalle tappen lassen. Schuld an den unerwartet hohen Kosten ist in vielen Fällen eine nicht wissentlich abgeschlossene Restschuldversicherung.

Im derzeit auf Hochtouren laufenden Weihnachtsgeschäft locken zahlreiche Händler mit sogenannten Null-Prozent-Finanzierungen. Dieser zinslose Ratenkauf klingt zunächst nach einer guten Möglichkeit, den Weihnachtseinkauf auch bei kleinem Budget bewerkstelligen zu können. Nach Informationen der „Welt“ entwickeln sich derartige Finanzierungsangebote allerdings für Millionen Verbraucher zu einer Schuldenfalle.

Realkosten für Ratenkauf häufig höher als herkömmlicher Bankkredit

Häufig würden diese Ratenkauf-Angebote nämlich an eine teure Restschuldversicherung gekoppelt, die der Kunde direkt mitabschließt, warnt Eva Raabe, Schuldnerberaterin der Verbraucherzentrale Hessen gegenüber der „Welt“. Eine solche Police könne die Kosten der Finanzierung auf das Doppelte bis Dreifache erhöhen. Vielen Verbrauchern ist offenbar nicht bewusst, dass sie mit dem Ratenkauf gleichzeitig auch eine Versicherung abschließen, da die Kombi-Angebote Verbraucherschützerin Raabe zufolge auf den ersten Blick nur schwer durchschaubar seien. Da es sich bei solchen Restschuldversicherungen um Zusatzoptionen handelt, werden die Kosten hierfür bei der Berechnung des Effektivzinses nicht berücksichtigt. Würde die Restschuld in den Effektivzins einfließen, könnten sich die tatsächlichen Kosten für einen Ratenkauf mit einer Verzinsung von knapp fünf Prozent auf zwölf Prozent erhöhen. „Der hohe Zinssatz würde sofort abschrecken“, so die Einschätzung von Max Herbst, Inhaber der FMH-Finanzberatung aus Frankfurt. Ein regulärer Kredit ist angesichts des anhaltenden Zinstiefs bei Banken häufig zu deutlich besseren Konditionen erhältlich.

Einträgliches Geschäft mit Restschuldversicherungen

Dennoch boomt das Geschäft mit den Restschuldversicherungen: Nach Informationen der „Welt“ haben die Deutschen mehr als 1,5 Millionen solcher Policen mit einer Versicherungssumme von insgesamt mehr als 10 Milliarden Euro abgeschlossen. Etwa 300.000 Neuverträge kommen jährlich hinzu. Sinnvoll ist eine Restschuldversicherung bei einem Ratenkauf angesichts der vergleichsweise niedrigen Darlehensbeträge und der relativ kurzen Laufzeit meist nicht. Finanzexperten raten meist nur bei höheren Beträgen und längeren Laufzeiten, wie sie beispielsweise bei der Baufinanzierung oder einem größeren Autokredit üblich sind, zum Abschluss einer Restschuldversicherung.

Neben dem unwissentlichen Abschluss einer Restschuldversicherung existieren beim Ratenkauf häufig auch versteckte Kosten in Form von Kontoführungs- oder Bearbeitungsgebühren. Einige Anbieter würden der „Welt“ zufolge zudem die Preise für Ratenkauf-Angebote von vornherein höher ansetzen. Letztendlich handelt es sich bei den Finanzierungsangeboten des Handels um nichts anderes als einen Ratenkredit. Und ein solcher ist üblicherweise nicht kostenlos erhältlich: „Geschenkt gibt es aber nichts“, warnt daher auch Schuldnerberaterin Raabe.

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