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Krankenkassen: Aktienanlagen sollen erlaubt werden

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 27.05.2016

Das niedrige Zinsniveau macht den Krankenkassen bei der Bildung von Altersrückstellungen zu schaffen. Daher will die Bundesregierung den Kassen künftig auch Investments in Aktien erlauben – allerdings nur in beschränktem Umfang. Den Krankenkassen geht der Gesetzentwurf nicht weit genug.

Die Krankenkassen sollen in Zukunft einen Teil ihrer Finanzrücklagen in Aktien investieren dürfen. Damit soll es ihnen angesichts des anhaltend niedrigen Zinsniveaus ermöglicht werden, höhere Renditen für langfristige Anlagen zu erzielen. Ein entsprechender Gesetzesentwurf liegt bereits vor, wie das Bundesgesundheitsministerium kürzlich gegenüber der „ARD“ bestätigte.

Strenge Auflagen für Investments in Aktien

Für die Aktiengeschäfte der Krankenkassen sollen allerdings strenge Regeln gelten. So sollen maximal zehn Prozent des Anlagebetrags in Aktien investiert werden dürfen. Dadurch sollen die „grundsätzlich bestehenden Verlustrisiken begrenzt werden“, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet. Auch bezüglich der Art der Wertpapiere, die künftig in den Depots der Krankenkassen liegen könnten, soll es Reglementierungen geben. Sie sollen ausschließlich in Euro ausgegebene Aktien kaufen dürfen. Zudem sollen den Krankenkassen nur Aktienanlagen erlaubt sein, die passiv gemanagt und indexorientiert sind. Dies legt in erster Linie Investments in ETFs nahe.

Auswirkungen des niedrigen Zinsniveaus für Krankenkassen deutlich spürbar

Bislang war es Krankenkassen nicht erlaubt, im Rahmen der Altersrückstellungen in risikoreichere Anlageformen wie Aktien zu investieren. Die Rückstellungen der Kassen mussten – wie für viele institutionelle Anleger vorgeschrieben – in sichere, in der Regel festverzinsliche Anlagen fließen. Angesichts des dauerhaft niedrigen Zinsniveaus lassen sich damit derzeit jedoch keine ausreichenden Renditen erwirtschaften. Im Gegenteil, möglicherweise können festverzinsliche Anlagen in Zukunft sogar für zusätzliche Kosten sorgen – nämlich dann, wenn Negativzinsen auf hohe Einlagen erhoben werden. Dies bekam im vergangenen Jahr bereits der Gesundheitsfonds der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu spüren, der rund 1,8 Millionen Euro an Strafzinsen für das zwischenzeitliche Parken von Beiträgen zahlen musste.

Der Gesetzesentwurf beschränkt sich weiterhin auf die Altersrückstellungen, zu deren Bildung die Krankenkassen verpflichtet sind. Andere Finanzreserven sollen ungeachtet des Zinsniveaus nicht in Aktien angelegt werden dürfen, da sie kurzfristig verfügbar sein müssen. Allerdings handelt es sich auch bei den langfristigen Altersrückstellungen nicht um kleine Beträge: Allein die Techniker Krankenkasse als größte deutsche Krankenkasse hatte zum Ende letzten Jahres nach eigenen Angaben bereits Altersrückstellungen in Höhe von zwei Milliarden Euro gebildet, wie die „FAZ“ berichtet.

Krankenkassen geht Regelung angesichts des Zinsniveaus nicht weit genug

Die Krankenkassen loben zwar das Einlenken der Regierung, allerdings geht ihnen der erlaubte Aktienanteil von zehn Prozent mit Blick auf das niedrige Zinsniveau nicht weit genug. „Mit der zaghaften Öffnung von Anlageoptionen für Altersrückstellungen im Aktienbereich geht der Gesetzgeber einen richtigen Weg. Angesichts der derzeitigen negativen Zinsvorgaben der Europäischen Zentralbank führt eine zehnprozentige Aktienquote jedoch nicht zu einer Entspannung“, zitiert die „FAZ“ den Geschäftsführer des Vereins der Innungskrankenkassen (IKK), Jürgen Hohnl. Der Spitzenverband der Kassen hält demnach einen 20-prozentigen Anteil von Aktien an den Rücklagen für sinnvoll, die Ortskrankenkassen fordern sogar eine Quote von 30 Prozent.

Quellen: Frankfurter Allgemeine Zeitung, ARD

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