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Krankenkassen heben Zusatzbeiträge 2017 weiter an

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 21.07.2016

In den kommenden Jahren rechnen die Krankenkassen mit weiter steigenden Ausgaben. Aus diesem Grund müssen sich gesetzlich Krankenversicherte 2017 erneut auf höhere Zusatzbeiträge einstellen. Auf bis zu 1,4 Prozent vom Einkommen soll der Beitragssatz dann ansteigen.

Obwohl sich die Finanzlage der gesetzlichen Krankenkassen im ersten Quartal des Jahres stabilisiert hat, drohen den Mitgliedern bereits wieder höhere Zusatzbeiträge. Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) rechnet bereits 2017 mit einem Anstieg um 0,3 Prozentpunkte des allein vom Arbeitnehmer getragenen Zusatzbeitrags. Und dies ist womöglich nur der Anfang, denn die Kassen sagen weitere Erhöhungen voraus.

Zusatzbeitrag könnte 2019 schon bei 1,8 Prozent liegen

„Wir haben die Realität, dass es auch in den nächsten Jahren steigende Zusatzbeiträge geben wird“, sagte Doris Pfeiffer, Verbandschefin des GKV, im Rahmen einer Veranstaltung im brandenburgischen Nauen. Das Hauptproblem dieser Erhöhung sehen die Grünen sowie die Linkspartei im derzeit eingefrorenen Krankversicherungsbeitragssatz von 14,6 Prozent, den sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer jeweils zur Hälfte teilen. Alle Kosten, die darüber hinausgehen, werden über die Zusatzbeiträge finanziert. Und diesen Zusatzbeitrag müssen die 54 Millionen Kassenmitglieder voll aus eigener Tasche bezahlen. Bei einem Bruttoeinkommen von 2.500 Euro im Monat kommen bei der veranschlagten Steigerung auf 1,4 Prozent so 90 Euro pro Jahr zusammen, die Arbeitnehmer weniger auf dem Girokonto haben. Und bis zum Jahr 2019 sollen die Zusatzbeiträge sogar auf 1,8 Prozent ansteigen.

Höherer Beitragssatz auch wegen Hartz-IV-Beziehern

Die Krankenkassen argumentieren, sie hätten bereits für 2016 eine Finanzierungslücke in Höhe von 2,3 Milliarden Euro vorzuweisen. Ein Grund für das Defizit der Kassen sind die in Deutschland zahlreichen Hartz-IV-Bezieher unter den Versicherten, für die sie zu wenig Geld aus der Staatskasse bekämen. Im Schnitt seien hier pro Person 136 Euro im Monat nötig, erhalten würden die Kassen allerdings nur 90 Euro, teilt Pfeiffer mit. Diese Problematik könnte sich künftig noch ausweiten. Die Kassen rechnen mit steigenden Kosten für Hartz-IV-Empfänger, da viele der in Deutschland ankommenden Flüchtlinge zunächst einmal auf diese Form der staatlichen Unterstützung angewiesen seien.

Quelle: GKV Spitzenverband, Spiegel Online

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