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Finanzaufsicht kritisiert aktuelle Banker-Boni

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 17.01.2014

Eigentlich soll eine EU-weite Obergrenze die Ausmaße der Banker-Boni deckeln – doch die Großbanken halten sich häufig nicht an die Regelungen. Zu diesem Ergebnis kommt die Finanzaufsicht BaFin, die deutsche Großbanken unter die Lupe genommen hat. Zufrieden ist die Bundesanstalt mit keinem der Finanzinstitute, denn viele greifen auf Tricks zurück.

Zwischen „befriedigend“ und „ungenügend“ liegen die Noten, welche die Finanzaufsicht den 15 überprüften Großbanken ausstellen musste. „Keine war gut, viele waren schlecht“, lautet daher das Urteil von Raimund Röseler, Chef der Finanzaufsicht, nach einem Bericht des „Spiegels“.  Schuld an der enttäuschenden Bewertung ist maßgeblich ihr Umgang mit Bonuszahlungen.

Die Tricks der Großbanken

Für sogenannte Risikoträger sollten die Banker-Boni eigentlich auf die Höhe des Fixgehaltes begrenzt sein, Ausnahmen bis zur doppelten Höhe sind lediglich mit Zustimmung der Eigentümer – in der Regel die Aktionäre –zulässig. Die Finanzinstitute hebeln diesen Beschluss jedoch auf unterschiedliche Arten aus und lediglich vier der 15 respektieren dabei die Obergrenze. Um ihren Top-Angestellten weiterhin hohe Bonuszahlungen zukommen lassen zu können, greifen die deutschen Großbanken unter anderem zu folgenden Methoden:

  • Sie ignorieren die Deckelung vollkommen
  • Sie versprechen höhere Banker-Boni ohne das notwendige Einverständnis der Besitzer
  • Sie klassifizieren Mitarbeiter mit einem Fix-Einkommen im siebenstelligen Bereich nicht als Risikoträger

 

Banker-Boni: Finanzaufsicht bislang machtlos

Für die BaFin sind diese Tricks bei den Bonuszahlungen leicht durchschaubar. „Für mich ist schleierhaft, dass einer eine Million verdient und keinen wesentlichen Einfluss auf die Risikosituation der Bank hat“, sagt etwa Raimund Röseler. Dennoch kommen die Großbanken bislang mit ihren Methoden durch. Aus diesem Grund fordert der oberste Bankenaufseher, die Beschränkungen auf alle Angestellten auszuweiten. Auf diesem Weg soll verhindert werden, dass die Banker mit Blick auf hohe Boni zu hohe Risiken eingehen, denn dies hatte schon einmal verheerende Folgen: „Falsche Anreize durch falsche Vergütungsstrukturen waren einer der wesentlichen Auslöser der Finanzkrise“, so Röseler.

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