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Kritik an Künstlersozialabgabe: Zu viel Bürokratie

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 30.08.2016

Die von Unternehmen zu zahlende Künstlersozialabgabe steht bei der deutschen Wirtschaft in der Kritik. Dabei geht es vor allem um die Bürokratie, die dadurch anfällt und Mehrkosten verursacht. Mehrere Verbände fordern deshalb eine Reform des Verfahrens.

Unter anderem über die Künstlersozialabgabe, die von Theatern, Verlagen, Werbeagenturen und anderen Arbeitgebern zu zahlen ist, wird die Versicherung für freie Künstler und Publizisten zu einem Teil übernommen. Die deutsche Wirtschaft kritisiert diese Abgabe aber aufgrund der dafür erforderlichen Bürokratie.

Hohe Kosten durch Künstlersozialversicherung

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) sowie die Renten- und Pflegeversicherung von Künstlern und Publizisten läuft in Deutschland über die Künstlersozialkasse (KSK). Dadurch müssen die freiberuflich tätigen Mitglieder lediglich einen dem Arbeitnehmeranteil vergleichbaren Betrag zahlen, den anderen Teil tragen Bundeshaushalt und Wirtschaft gemeinsam. Der Anteil der Unternehmen kommt durch die Künstlersozialabgabe zustande, die seit 1983 zu entrichten ist, wenn Firmen freie Künstler beauftragen.

Mittlerweile kommen mehr als hundert Berufe für eine Versicherung in der KSK infrage und die Zahl der Versicherten ist in den vergangenen zwanzig Jahren von etwa 80.000 auf rund 180.000 angestiegen. Durch die hohe Zahl von Mitgliedern steigen auch die Kosten für abgabepflichtige Unternehmen: Der Beitragssatz für die Künstlersozialabgabe ist von 3,9 Prozent im Jahr 2012 auf 5,2 Prozent in 2014 gestiegen.

Künstlersozialabgabe sorgt für zu viel Bürokratie

Weiterhin ist die Wirtschaft verärgert über die Bürokratie, die durch die Sonderabgabe anfällt. Nach Berechnungen der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) sorgt der Mehraufwand für Ausgaben von einem weiteren Euro für jeden als Künstlersozialabgabe abgeführten Euro – insgesamt rund 250 Millionen Euro im Jahr. Volker Fasbender, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung, kommentiert in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ): „Die deutsche Künstlersozialversicherung ist ein weltweit einmaliger Sonderweg, der die Unternehmen mit unerträglichen Bürokratiekosten und höchster Rechtsunsicherheit belastet.“ Auch der Arbeitgeberverband Gesamtmetall wünscht sich eine Reduzierung des Verwaltungsaufwands durch eine grundlegende Reform des Verfahrens.

Quelle: FAZ

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