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Künftig Informationsaustausch über Kapitalerträge

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 13.11.2015

Steuerbetrug bei Kapitalerträgen im Ausland dürfte für Anleger in Zukunft schwieriger werden: Ein jüngst vom Bundestag verabschiedetes Gesetz erlaubt in Zukunft den Informationsaustausch von Kontoinformationen zwischen verschiedenen Ländern. Dies könnte das Aus für die derzeit geltende pauschale Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge bedeuten.

Der Bundestag hat das Gesetz zum automatischen Informationsaustausch über Kapitalerträge verabschiedet. Wie die „Süddeutsche Zeitung“(SZ) berichtet, dürfen Finanzbehörden danach Daten von Kontoinhabern erheben und diese mit Ländern austauschen, die ihrerseits Konto-Daten für deutsche Behörden bereitstellen.

Verschleierung von Kapitalerträgen wird ab 2016 schwieriger

Bereits ab kommendem Jahr dürfte es für Anleger mit einem Depot oder einem Konto im Ausland schwieriger werden, Kapitalerträge vor dem deutschen Fiskus zu verschleiern. Laut „SZ“ sollen Informationen über Konten ab 2016 gesammelt werden. Der erste Informationsaustausch der Daten zum Stichtag 31.12.2016 ist für Mitte 2017 geplant. Weltweit beteiligen sich mehr als 90 Staaten an dem Informationsaustausch. In der Bundesrepublik wird das Bundeszentralamt für Steuern für die Abwicklung zuständig sein. Im Rahmen des Gesetzes werden folgende Informationen von den Geldinstituten bereitgestellt:

  • Name und Anschrift
  • Steuer-Identifikationsnummer
  • Geburtstag und -ort von meldepflichtigen Personen
  • Kontonummer
  • Jahressalden von Finanzkonten und gutgeschriebene Kapitalerträge

Schäuble fordert Abschaffung der pauschalen Abgeltungssteuer

Angesichts der Einführung des automatischen Informationsaustausches fordert Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) nun, die geltende pauschale Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge zur Disposition zu stellen. Seit 2009 gilt für Kapitalerträge von Privatpersonen ein Pauschalsatz von 25 Prozent. Die Abgeltungssteuer wurde von Schäubles Amtsvorgänger Peer Steinbrück mit dem Argument „25 Prozent auf X sind besser als 42 Prozent auf nix“ eingeführt. Der Verzicht auf den persönlichen Einkommenssteuersatz von bis zu 42 Prozent bei  Kapitalerträgen war dem jetzigen Amtsinhaber seit geraumer Zeit ein Dorn im Auge.  Konkrete Pläne zu einer möglichen Abschaffung der pauschalen Abgeltungssteuer gebe es allerdings noch nicht, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums. Diese sollen nach dem Willen Schäubles erst in der kommenden Legislaturperiode in Angriff genommen werden, wenn der internationale Informationsaustausch über Kapitalerträge angelaufen ist.

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