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Leitzinserhöhung: US-Notenbank läutet Zinswende ein

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 22.12.2015

Überraschend kam die Entscheidung nicht: Die US-Notenbank Fed hat nun tatsächlich die lang erwartete Leitzinserhöhung verkündet. Mit dem Einläuten der Zinswende gilt die 2008 ausgebrochene weltweite Finanzkrise als offiziell beendet. Die Finanzmärkte reagierten gelassen auf die Ankündigung. Weitreichende Konsequenzen für deutsche Anleger gibt es derzeit noch nicht.

Die US-Notenbank Federal Reserve, kurz Fed, hat nach monatelangem Zögern nun tatsächlich verkündet, den amerikanischen Leitzins zu erhöhen. Künftig wird er in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent liegen, wie das „Handelsblatt“ berichtet. Überraschend kam diese Entscheidung nicht. Bereits seit geraumer Zeit hatte die Finanzwelt spekuliert, wann die Fed die Zinswende einläuten würde.

US-Notenbank beendet „außerordentliche Periode“

0,25 bis 0,5 Prozent Zinsen erscheinen zunächst nicht sonderlich hoch, dennoch markiert diese Leitzinserhöhung eine Trendwende. Sie beendet nämlich die seit der weltweiten Finanzkrise anhaltende Nullzinspolitik der USA. Genau sieben Jahre zuvor, am 16. Dezember 2008, hatte die US-Notenbank die Zinsspanne auf 0 bis 0,25 Prozent gesenkt. Fed-Chefin Janet Yellen sprach laut „Spiegel Online“ vom Ende einer „außerordentlichen Periode“. Damit dürfte nicht nur die Ära der Nullzinspolitik gemeint sein: „Die Zinsanhebung markiert das offizielle Ende der globalen Finanzkrise für die USA und bildet den Auftakt zu einer Normalisierung der amerikanischen Geldpolitik“, so beispielsweise die Einschätzung des Chefvolkswirts der Deutschen Bank, David Folkerts-Landau.

Moderate Reaktionen der Märkte auf anstehende Zinswende

Trotz der immensen Tragweite der Entscheidung der US-Notenbank reagierten die Märkte nur verhalten auf die Leitzinserhöhung. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, bewegte sich der Dow Jones in den ersten Minuten nach der Verkündung leicht ins Minus, fing sich jedoch schnell wieder. Am Ende des Tages schloss der wichtige Gradmesser für die amerikanische Wirtschaft mit einem leichten Plus von 1,28 Prozent. Auch andere relevante amerikanische Indizes wie S&P-500 und der Nasdaq gingen mit einem Plus aus dem Handel. Extreme Kursschwankungen dürften deutsche Anleger mit amerikanischen Aktien im Depot also nicht zu schaffen machen. Der deutsche Börsentag war zum Zeitpunkt der Fed-Verkündung bereits beendet, im nachbörslichen Handel legte der DAX allerdings noch leicht zu.

Deutlich mehr Auswirkungen auf europäische Anleger dürfte die Reaktion des Euros auf die Leitzinserhöhung haben. Nach einer kurzfristigen Berg-und-Talfahrt ging er an Tag 1 nach Verkündung der Zinswende deutlich geschwächt ins Rennen. Mit einem Kurs von etwa 1,0870 US-Dollar lag er etwa einen halben Prozentpunkt unter seinem Wert vor der Ankündigung.

China am stärksten von Leitzinserhöhung betroffen

Deutlich stärker dürfte die anstehende Zinswende nach Einschätzung von „Spiegel Online“ die ohnehin schon angeschlagene chinesische Wirtschaft treffen. Dem Nachrichtenportal zufolge hat das chinesische Handelsministerium bereits mitgeteilt, dass es mit Auswirkungen auf den Handel rechne, deren Umfang allerdings noch nicht abschätzen könne. Schätzungen zufolge werden etwa 25 Prozent der Kredite an chinesische Unternehmen in Dollar gehalten. Durch eine Stärkung der amerikanischen Währung infolge der Zinswende werden sich diese Darlehen spürbar verteuern.

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