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Lohnentwicklung: Besserverdiener profitieren

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 29.06.2015

Die Einkommen der Deutschen werden bis 2020 steigen. Von dieser positiven Lohnentwicklung werden Besserverdiener und Kinderlose besonders stark profitieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung. Wie viel mehr die Beschäftigten künftig in der Tasche haben werden, hängt auch von der Branche ab, in der Sie tätig sind.

Im Vergleich zum Jahr 2012 wird das durchschnittliche Jahreseinkommen der Deutschen in den nächsten fünf Jahren um durchschnittlich 2.200 Euro steigen. Das geht aus einer Studie des Wirtschaftsforschungsunternehmens Prognos AG im Auftrag der Bertelsmann Stiftung hervor. Demnach werden zwar grundsätzlich alle Arbeitnehmer mehr verdienen, doch die Einkommensschere wird weiter auseinanderklaffen: Während Gutverdiener bis zu 5.300 Euro mehr zur Verfügung haben werden, wird das Plus bei den schlechter Verdienenden voraussichtlich nur 750 Euro betragen.

Besonders deutliche Lohnentwicklung in hochproduktiven Branchen

Wer bereits heute in einer florierenden Branche arbeitet, wird auch künftig von einem höheren Einkommen profitieren. So fällt die Lohnsteigerung laut Studie vor allem in hochproduktiven Wirtschaftsbereichen überdurchschnittlich aus. Hierzu zählen die chemische Industrie, die Pharmaindustrie, der Maschinenbau, die Elektroindustrie und der Fahrzeugbau. Das Nachsehen haben vor allem Beschäftigte aus dem Gesundheits- und Sozialbereich. Hier beträgt die durchschnittliche Lohnsteigerung nur 1.050 Euro. Zum Vergleich: Beschäftigte in der Pharmaindustrie werden in den kommenden Jahren jährlich bis zu 6.200 Euro mehr verdienen als 2012.

Vor allem Alleinerziehende haben das Nachsehen

Auch Eltern zählen zu den Benachteiligten bei der zukünftigen Lohnentwicklung. So werden Alleinstehende jährlich im Schnitt 2.000 Euro mehr zur Verfügung haben. Bei kinderlosen Paaren beträgt die Einkommenssteigerung sogar 2.100 Euro im Jahr. Paare mit Kindern können dagegen nur einen Zuwachs von 1.650 Euro erwarten. Alleinerziehende bekommen laut Prognose lediglich 1.300 Euro mehr. Die Bertelsmannstiftung begründet dies damit, dass Alleinerziehenden überproportional häufig im Einzelhandel sowie im Gesundheits- und Sozialwesen beschäftigt sind. Diese Branchen profitieren am wenigsten von der positiven Lohnentwicklung.

Experten halten größere Lohnschere für bedenklich

Aart De Geus, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann-Stiftung, betrachtet diese Entwicklung als bedenklich. „Wachsende Ungleichheit beeinträchtigt die Zukunftschancen sowohl der Menschen als auch unserer Wirtschaft und Gesellschaft als Ganzes“, erklärte er gegenüber dem „Tagesspiegel“. Die große Herausforderung sei es nun, dafür zu sorgen, dass alle Einkommensgruppen vom Wachstum profitieren. Die Lohnschere müsse wieder geschlossen werden.

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