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Massive Sicherheitslücke bei Auto-Funkschlüsseln

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 16.08.2016

Funkschlüssel für Autos sind ohne Frage praktisch – allerdings nicht nur für den Fahrzeugbesitzer, sondern offenbar auch für Kriminelle. Aufgrund einer Sicherheitslücke lassen sich Fahrzeuge mit einem kopierten Funksignal spurlos öffnen. Besonders häufig betroffen sind ältere Modelle des Volkswagen-Konzerns.

Deutsche und britische Sicherheitsforscher haben eine massive Sicherheitslücke bei Funkschlüsseln für Autos entdeckt, die Kriminellen Autodiebstähle und vor allem -einbrüche erheblich erleichtern kann. Den Wissenschaftlern aus Bochum und Birmingham ist es gelungen, die Verschlüsselung der Funkfunktion von insgesamt 15 Automarken zu knacken, wie die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) berichtet. Rund 100 Millionen Fahrzeuge weltweit sollen nach Schätzungen der Forscher von dieser Sicherheitslücke betroffen sein.

Sicherheitslücke: Vor allem Funkschlüssel älterer VW-Modelle betroffen

Vor allem ältere VW-Modelle sowie Fahrzeuge der Konzerntöchter Audi, Seat und Škoda sind aufgrund dieser Sicherheitslücke besonders gefährdet für Autoeinbrüche. Doch auch bei Fahrzeugen der Marken Alfa Romeo, Citroën, Dacia, Fiat, Ford, Lancia, Mitsubishi, Nissan, Opel, Peugeot und Renault, die alle die gleiche Verschlüsselungstechnik verwenden, gibt es eine Sicherheitslücke. Diese zu nutzen, gestalte sich jedoch etwas aufwendiger als bei den betroffenen VW-Fahrzeugen. Bei den Modellen des Wolfsburger Autobauers und seiner Töchter ab dem Baujahr 1995 reicht es den Sicherheitsforschern zufolge aus, wenn das Signal des Funkschlüssels nur ein einziges Mal mitgeschnitten wird, beispielsweise beim Abstellen des Wagens auf einem Supermarktparkplatz. Danach könne es beliebig reproduziert werden und öffnet Kriminellen so Tür und Tor für Autodiebstähle und spurlose -einbrüche.

Während der Autobesitzer seinen Einkauf erledigt, können Autoknacker das Fahrzeug mit dem kopierten Signal des Funkschlüssels öffnen, Wertgegenstände entwenden und es dann wieder schließen. Da dabei keinerlei Spuren hinterlassen werden, weder am Äußeren des Fahrzeugs noch in den Protokollen der Steuerelektronik, ist der Einbruch quasi nicht nachweisbar. Aktuelle Fahrzeuggenerationen seien von der Sicherheitslücke nicht betroffen, erklärte der VW-Konzern auf Nachfrage von „SZ“, NDR und WDR, die in dieser Angelegenheit gemeinsam recherchierten.

Verzicht auf Funkfunktion als Schutz vor Autodiebstahl

Ingenieur Timo Kasper, einer der an der Untersuchung beteiligten Sicherheitsforscher und Inhaber des Beratungsunternehmens Kasper & Oswald, empfiehlt: „Sicher lässt sich das Kopieren des Funksignals nur vermeiden, wenn man das Auto manuell mit dem Schlüssel aufschließt und auf die Funkfernbedienung komplett verzichtet.“ Wie viele Fahrzeuge tatsächlich durch Manipulation von Funkschlüsseln aufgebrochen werden, lässt sich nicht genau sagen. 2014 gab es nach Zahlen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) knapp 17.900 kaskoversicherte Autodiebstähle in der Bundesrepublik. Auffällig dabei: 13 der 20 am häufigsten gestohlenen Automarken sind von der nun aufgedeckten Sicherheitslücke betroffen. Kommt es zum Autodiebstahl, leistet die Teilkasko-Versicherung.

Teilkasko leistet meist auch ohne sichtbare Einbruchspuren

Auch für Diebstähle von fest verbauten Teilen, beispielsweise Navigationssystemen oder Airbags, von denen 2014 rund 117.000 Fälle gemeldet wurden, kommt die Teilkasko-Versicherung auf. In solchen Fällen leistet sie nach Informationen des GDV in der Regel auch dann, wenn keine Einbruchspuren am Fahrzeug vorhanden sind. Nicht versichert sind jedoch Wertgegenstände, die im Fahrzeug liegen, aber nicht fest verbaut sind, zum Beispiel mobile Navis oder Smartphones. Autobesitzer, die lediglich die gesetzlich vorgeschriebene Kfz-Haftpflichtversicherung für ihr Fahrzeug abgeschlossen haben, gehen im Falle eines Autodiebstahls beziehungsweise -einbruchs leer aus, da diese Versicherung nur Schäden abdeckt, die Dritten zugefügt werden. In der Vollkasko-Versicherung hingegen ist der Teilkasko-Schutz automatisch enthalten.

Quellen: Süddeutsche Zeitung, Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft

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