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Mehr Rentner bis ins hohe Alter erwerbstätig

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 10.09.2016

„Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an“ sang Udo Jürgens 1978. Seitdem hat sich einiges geändert –, viele Rentner treten mit 66 Jahren einen Minijob an, anstatt ihren Ruhestand zu genießen. „Mit 66 Jahren, da hat man Spaß daran“ trifft allerdings nicht auf alle erwerbstätigen Senioren zu. Recht hatte Herr Jürgens allerdings schon damals mit seiner Aussage, dass mit 66 noch lange nicht Schluss sei.

Immer mehr deutsche Rentner sind weiterhin erwerbstätig. 943.000 Bundesbürger über 65 Jahren haben dem Bundesarbeitsministerium zufolge einen Minijob – das sind immerhin knapp sechs Prozent derjenigen, die theoretisch ihren wohlverdienten Ruhestand genießen sollten. 2010 waren es nur gut 770.000 erwerbstätige Senioren, ihr Anteil ist also um mehr als 22 Prozent gestiegen.

Mehr Rentner auch mit 75 Jahren noch erwerbstätig

Und die deutschen Senioren hängen häufig nicht nur ein oder zwei Jahre an ihre Erwerbstätigkeit an. Viele Rentner arbeiten bis in hohe Alter: Der Anteil derjenigen, die auch mit 75 Jahren oder mehr noch einem Minijob nachgehen, ist seit 2010 sogar um 57 Prozent gestiegen. Und es dürften sogar noch mehr Rentner sein, die nach wie vor erwerbstätig sind. Ein Teil der erwerbstätigen Senioren ist in den Statistiken nämlich gar nicht erfasst, weil sie keinen Minijob ausüben, sondern im Rentenalter freiberuflich arbeiten, beispielsweise als Berater. „Das sind oft Hochqualifizierte, die sich fit fühlen und aus Spaß weiterarbeiten“, so Arbeitsmarktexperte Holger Schäfer vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

Minijob aus finanzieller Not oder als kleines Zubrot

Bei anderen Rentnern ist die Erwerbstätigkeit allerdings eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Der Sozialverband VdK sieht in der steigenden Zahl erwerbstätiger Senioren ein Indiz dafür, dass die Rente immer öfter nicht zum Leben reicht. „Die meisten tun das nicht aus Spaß oder Zeitvertreib, sondern aus finanzieller Not“, so Verbandspräsidentin Ulrike Mascher gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ). Diese Einschätzung teilen andere Stellen allerdings nicht. Das Statistische Bundesamt geht davon aus, das nur ein Drittel der erwerbstätigen Senioren arbeiten muss, um den eigenen Lebensunterhalt zu sichern. Ohne private Vorsorge ist es jedoch oft schwierig, den gewohnten Lebensstandard im Alter zu halten. Daher verdienen sich 55 Prozent der Rentner mit ihrem Minijob etwas Geld hinzu, um sich gelegentlichen Luxus wie Reisen leisten zu können.

 

Quelle: Süddeutsche Zeitung

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