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Verdi klagt gegen Melderegister für Bankberater

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 27.10.2013

Seit knapp einem Jahr gibt es das Melderegister für Bankberater. Das Register soll Daten über Kundenbeschwerden über einzelne Berater speichern und so die Verbraucher vor einer falschen oder schlechten Beratung schützen. Diesen Zweck erfüllt es nach Ansicht von Verdi jedoch nicht. Nun klagt die Gewerkschaft gegen die Datenspeicherung und fordert, dass sich das Bundesverfassungsgericht mit dem Thema beschäftigt.

Die Gewerkschaft Verdi hat beim Verwaltungsgericht Frankfurt Klage gegen das Melderegister für Bankberater eingereicht. Dies teilt die Gewerkschaft auf ihrer Homepage mit. Nach der Auffassung von Verdi stellt das Melderegister die Bankberater unter einen Generalverdacht, der nicht mit den Gesetzen vereinbar ist.

Melderegister hat Schwächen

Das Melderegister für Bankberater war vor knapp einem Jahr im November 2012 eingeführt worden und dient eigentlich dem Verbraucherschutz. Jeder Bankberater und Vertriebler soll in diesem Register geführt und Kundenbeschwerden sollen registriert und gespeichert werden. So sollen Anleger besser vor einer falschen Beratung geschützt werden. Nach Ansicht von Verdi wird dieser Zweck jedoch nicht erfüllt. Die Gewerkschaft kritisiert, dass die Kundenbeschwerden unabhängig davon gespeichert werden, ob sie berechtigt sind oder nicht. Da sie bei Verfahren gegen die entsprechenden Bankberater herangezogen werden könnten, fürchtet die Gewerkschaft, dass auch falsche Beschwerden zu Berufsverboten beitragen könnten.

Bankberater unter Generalverdacht

Das Ziel, das die Gewerkschaft mit ihrer Klage verfolgt, geht allerdings über ein Verhindern der Kundenbewertungen hinaus. Nach ihrer Auffassung stellt die reine Existenz von einem Melderegister die Bankberater unter Generalverdacht und stellt so einen Nachteil gegenüber anderen Berufsgruppen dar. So ist das Bestreben von Verdi, dass sich das Bundesverfassungsgericht der Sache annehmen muss. Konkret unterstützt die Gewerkschaft einige Bankberater verschiedener Banken und Sparkassen, die ihre Daten aus dem Melderegister löschen lassen wollten. Diese Anträge wurden von der BaFin aufgrund der aktuellen Gesetzeslage abgelehnt.

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