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Mietpreisbremse kommt: Makler fürchten um Aufträge

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 08.10.2014

Die Mietpreisbremse ist beschlossene Sache. Ab kommendem Jahr dürfen bei Neuvermietungen keine überzogenen Aufschläge verlangt werden. Zudem werden Mieter durch das Bestellerprinzip für Makler zusätzlich entlastet. Makler zeigen sich besorgt um ihre Auftragslage und drohen mit Verfassungsbeschwerde.

Nach langen Diskussionen hat die Bundesregierung nun die sogenannte „Mietpreisbremse“ beschlossen, die in der ersten Hälfte des kommenden Jahres in Kraft treten soll. Das Gesetz sieht vor, dass in Regionen mit angespanntem Wohnungsmarkt Mieten bei Neuvermietungen um nicht mehr als zehn Prozent angehoben werden dürfen. So soll sichergestellt werden, dass Mieten auch in Großstädten für Normalverdiener bezahlbar bleiben.

Mietpreisbremse gilt nicht für Neubauten

Nach Angaben der „Zeit“ stiegen die Mieten im vergangenen Jahr in München bei Neuvermietungen beispielsweise durchschnittlich um 25 Prozent, in Frankfurt am Main betrug der Aufschlag durchschnittlich sogar 30 Prozent. Von dieser Regelung ausgenommen bleiben allerdings Neubauten und Erstvermietungen nach Komplettsanierung. So soll die hohe Investitionsbereitschaft, die teilweise auch auf die derzeit günstigen Zinsen bei Baufinanzierungen zurückzuführen  ist, nicht ausgebremst werden.

Bestellerprinzip für Makler entlastet Wohnungssuchende

Als zusätzliche Entlastung für Wohnungssuchende sieht das Gesetz zudem das sogenannte „Bestellerprinzip“ für Makler vor. Demnach muss in Zukunft derjenige die Maklerkosten tragen, der ihn beauftragt, und nicht mehr wie derzeit üblich der Mieter. Verbraucherschutzminister Heiko Maas (SPD) erklärte gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“, dass dies längst überfällig sei. Bei der aktuellen Praxis bestünde für Wohnungssuchende oft ein faktischer Zwang, den Makler mit zu bezahlen.

Makler reichen   Verfassungsbeschwerde ein

Makler fürchten, durch die neue Regelung weniger Aufträge zu erhalten. Vermieter könnten sich in Zukunft verstärkt selbst um die Vermietung ihrer Immobilien kümmern, wenn sie die Kosten dafür nicht mehr an die Mieter abtreten können. Der Immobilienverband Deutschland (IVD) hat bereits angekündigt, Verfassungsbeschwerde einzulegen.

Der IVD begründet seine Verfassungsbeschwerde damit, dass die Regierung ein besonders rigides Bestellerprinzip plane. Das Gesetz sieht vor, dass ein Makler nur dann Provision vom Mieter verlangen darf, wenn er einerseits einen Auftrag vom Wohnungssuchenden erhalten hat und ihm andererseits eine Wohnung anbietet, die er noch keinem anderen Interessenten angeboten hat. Das Verbraucherschutzministerium sieht hierin allerdings kein Problem, das im Widerspruch zur Verfassung stehen könnte.

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