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Mietpreise: Einkommen reicht für mehr Wohnfläche

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 19.08.2016

Trotz vielerorts steigender Mietpreise können sich deutsche Mieter heute im Durchschnitt mehr Wohnfläche leisten als noch vor sechs Jahren. Das zeigt eine aktuelle Studie. Ein Viertel des Durchschnittseinkommens galt bei der Untersuchung als Berechnungsgrundlage dafür, wo für Mieter wie viel Quadratmeter bezahlbar sind.   

Die Mietpreise sind in den letzten Jahren vor allem in den deutschen Ballungsräumen und Innenstädten konsequent gestiegen, auch wenn die Dynamik in jüngster Vergangenheit ein wenig an Fahrt verloren hat. Betrachtet man jedoch ganz Deutschland im Vergleich, können sich Mieter heute in den meisten Regionen für ein Viertel des Durchschnittseinkommens mehr Wohnfläche leisten als noch vor sechs Jahren. Zu diesem Ergebnis kommt jetzt eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln (IW).

Durchschnittseinkommen: Ein Viertel reicht für 94 Quadratmeter

25 Prozent des monatlichen Haushaltseinkommens reichen laut der Studie in Deutschland aktuell für durchschnittlich 94 Quadratmeter Fläche in einer Mietwohnung. Vor sechs Jahren waren es noch 92 Quadratmeter. Das IW hat ein Viertel des verfügbaren Einkommens als Berechnungsgrundlage gewählt, da dies ein „vernünftiges Maß für die Mietbelastung“ darstelle, zitiert die Deutsche Presse-Agentur (dpa) Studienautor Ralph Henger. „Kritisch wird es, wenn mehr als ein Drittel des Einkommens für die Miete verwendet wird“, so Henger weiter.

Mietpreise steigen weniger stark als Einkommen

Grund für die Entwicklung ist laut IW, dass die Mietpreise von 2010 bis 2016 weniger stark gestiegen sind als das deutsche Durchschnittseinkommen. Während im Schnitt 11,5 Prozent mehr Geld auf den Girokonten der Bundesbürger einging, stiegen die Mieten im selben Zeitraum um durchschnittlich 10,2 Prozent. Weit über dem Durchschnitt liegen dabei jedoch erwartungsgemäß Großstädte wie Berlin, wo die Mietpreise laut IW im selben Zeitraum um 26 Prozent stiegen.

Stadt-Land-Gefälle der Mietpreise ist groß

Wenn es darum geht, wie viele Quadratmeter sich deutsche Mieter leisten können, ist das Gefälle zwischen den einzelnen Regionen recht deutlich. So reicht ein Viertel des Durchschnittseinkommens zwar im bayerischen Landkreis Dingolfing-Landau für 126 Quadratmeter Wohnfläche, im niedersächsischen Kreis Lüchow-Dannenberg für 120 Quadratmeter. In den Ballungszentren jedoch sieht es ganz anders aus: In Berlin bekommen Mieter für 25 Prozent des Durchschnittseinkommens lediglich 68 Quadratmeter Wohnfläche, ebenso sieht es in Hamburg aus. In München und Frankfurt ist mit rund 70 Quadratmetern nicht viel mehr Wohnfläche bezahlbar. Den wenigsten Wohnraum fürs Geld gibt es aktuell unter anderem in Trier (59 Quadratmeter), Freiburg (61 Quadratmeter) und Heidelberg (62 Quadratmeter). Grund ist laut IW der hohe Anteil an Studenten, die über ein relativ geringes Monatseinkommen verfügen.

Quellen: Institut der Deutschen Wirtschaft, Spiegel Online/dpa

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