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Mietspiegel: Geplante Reform stößt auf Kritik

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 08.02.2016

Gerade wegen der vieldiskutierten Mietpreisbremse spielt der Mietspiegel eine wichtige Rolle auf dem Immobilienmarkt. Kritiker bemängeln jedoch, dass dieser die tatsächlichen Mietpreise häufig nur unzureichend darstellt. Eine Reform des Mietspiegels soll dies nun ändern, Kritiker befürchten jedoch negative Folgen.

Die Berechnung des Mietspiegels soll reformiert werden. Das Bundesjustizministerium arbeitet aktuell an entsprechenden Plänen, wie die „Wirtschaftswoche“ berichtet.

Verlängerter Berechnungszeitraum für den Mietspiegel geplant

Für die Berechnung des Mietspiegels soll nach den Plänen des Bundesjustizministeriums in Zukunft ein längerer Bezugszeitraum gelten. Bisher wurden für das Berechnen lediglich solche Mietverträge berücksichtigt, die sich innerhalb der letzten vier Jahre verändert hatten. Ältere Verträge blieben dagegen außen vor.

In Zukunft soll sich das Alter der zu berücksichtigenden Mietverträge auf zehn Jahre erhöhen. Aufgrund dieses verlängerten Berechnungszeitraums soll sich die errechnete durchschnittliche Miete, die für den Mietspiegel relevant ist, aus mehr Einzeldaten als zuvor zusammensetzen. Die tatsächlichen Mietpreise sollen entsprechend besser herausgestellt werden.

Immobilienverband Deutschland: Kritik an geplanter Reform

Kritik an den geplanten Reformen wird vom Immobilienverband Deutschland (IVD) geäußert. IVD-Präsident Jürgen Michael Schick spricht laut der „Wirtschaftswoche“ beispielsweise von einem „Mietenmanipulationsgesetz“. Der Verband befürchtet etwa sinkende Mieteinnahmen, dass aufgrund der Berücksichtigung günstigerer älterer Mietverträge Mietanpassungen kaum noch möglich sein werden.

Entsprechend werde durch die Reform auch der Wohnungsneubau zurückgehen, prognostiziert Schick. Aufgrund der zu erwartenden geringeren Mieteinnahmen hätten es Bauherren dem IVD zufolge nämlich in Zukunft deutlich schwerer eine Immobilienfinanzierung für den Bau von Mietshäusern erhalten. Laut einer vom IVD beim Center for Real Estate Studies (CRES) in Auftrag gegebenen Studie würden Vermieter pro Quadratmeter und Monat mindestens 0,65 Euro weniger Miete einnehmen.

Zudem bestehe die Gefahr, dass Anleger, die statt in eine konventionelle Altersvorsoge in Immobilien investiert hätten, bei steigender Inflation kaum noch reale Renditen erzielen würden, warnt der IVD. Doch es gibt auch Zustimmung für die Pläne des Ministeriums: So sprach sich beispielsweise der Deutsche Mieterbund laut „Wirtschaftswoche“ grundsätzlich für die geplanten Reformen aus.

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