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Mindestlohn: Erhöhung geringer als erwartet?

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 03.03.2016

Für Januar 2017 steht eine Mindestlohn-Erhöhung an, die nun doch etwas geringer ausfallen könnte als angenommen. Da sich die Anpassung an der Tarifentwicklung orientiert, ist maßgeblich, welchen Zeitraum die Mindestlohnkommission bei der Berechnung zugrunde legt. Realistisch scheint zurzeit ein Mindestlohn von 8,85 Euro.

Zum 1. Januar 2017 soll es erstmals eine Mindestlohn-Erhöhung geben. Diese könnte nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ (SZ) allerdings niedriger ausfallen, als bisher angenommen wurde. Die Gewerkschaften Verdi und Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) fordern eine Erhöhung auf zehn Euro, die Mindestlohnkommission wird aber voraussichtlich unter der Marke von neun Euro bleiben.

Mindestlohn: Erhöhung auf 8,85 Euro realistisch

Bis Ende Juni dieses Jahres entscheidet die Mindestlohnkommission über die erste Anpassung der gesetzlichen Lohnuntergrenze zum Januar 2017. Die Kommission setzt sich aus jeweils drei Vertretern der Gewerkschaften und der Arbeitgeber zusammen und orientiert sich bei der Mindestlohn-Erhöhung an der Tarifentwicklung. Deshalb hatten Forscher des Tarifarchivs des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) bereits Berechnungen angestellt und eine Erhöhung auf 8,97 Euro für möglich gehalten. Der Tarifindex des Statistischen Bundesamtes war nämlich im Jahr 2014 um 2,9 Prozent und im Jahr 2015 um 2,5 Prozent gestiegen.

Das Plus von fast 5,5 Prozent würde für den Mindestlohn eine Erhöhung um knapp 50 Cent bedeuten. Aktuelle Einschätzungen halten aber eher einen Stundenlohn von 8,85 Euro für realistisch, der jedoch trotzdem für mehr Geld auf dem Girokonto der Mindestlohnempfänger sorgen wird.

Mindestlohnkommission wendet andere Rechenweise an

Allerdings möchte sich die Mindestlohnkommission laut „SZ“ bei ihrer Entscheidung nicht an dieser Rechenweise orientieren. Da die Lohnuntergrenze erst 2015 eingeführt wurde, soll für die Anpassung auch nur die Tarifentwicklung ab 2015 berücksichtigt werden. Zwar werden auch die Entwicklungen im ersten Halbjahr 2016 noch eine Rolle für die Mindestlohn-Erhöhung spielen, hier sind die Tarifabschlüsse aber noch nicht abzusehen.

Verdi und IG Metall wollen hier Vorschub leisten: Laut Angaben des Nachrichtenportals „n-tv“ planen die Gewerkschaften, noch im ersten Halbjahr 2016 für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst des Bundes und in der Metallindustrie hohe Tarifabschlüsse durchzusetzen, sodass ein Mindestlohn von 8,85 Euro möglich wäre. Die nächste Mindestlohn-Erhöhung steht dann 2019 an.

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