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Mindestlohn sei Dank? Weniger Hartz-IV-Aufstocker

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 25.06.2015

Seit es in Deutschland den gesetzlichen Mindestlohn gibt, müssen weniger Menschen neben der Berufstätigkeit Hartz IV beziehen. Die Zahl der Aufstocker ist seit Anfang des Jahres um 45.000 zurückgegangen. Dies deutet darauf hin, dass die gesetzliche Lohnuntergrenze wirkt. Doch für den Rückgang gibt es auch alternative Erklärungen.

Ob der Mindestlohn wirkt, wollte der sozialpolitische Sprecher der Grünen, Wolfgang Strengmann-Kuhn, wissen und stellte eine Anfrage beim Arbeitsministerium. Die Antwort liegt der „Süddeutschen Zeitung“ vor, die von 45.000 weniger Aufstockern berichtet. So gab es im Dezember vergangenen Jahres noch 1,268 Millionen Menschen, die arbeiten gingen und trotzdem Hartz IV bezogen. Im Januar 2015, dem ersten Monat mit gesetzlichem Mindestlohn, waren es 26.000 Aufstocker weniger. Im Februar ging die Zahl nochmals um 19.000 zurück. Zahlen vom März und den Folgemonaten hat die Bundesregierung noch nicht bekannt gegeben. Auch gibt es noch keine Angaben darüber, wie viel der Staat durch den Rückgang der Aufstocker seit Einführung des Mindestlohns eingespart hat. Laut SZ-Bericht schätzt das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung den Rückgang an staatlichen Leistungen auf 700 bis 900 Millionen Euro.

Rückgang der Aufstocker trotz Saisoneinfluss auffallend

Es gibt aber auch alternative Erklärungen, warum die Zahl der Aufstocker von Dezember bis Februar gesunken ist. So verweist eine Sprecherin der Bundesagentur für Arbeit darauf, dass die Zahlen stets um den Jahreswechsel herum zurückgingen. Der Grund dafür ist, dass zu Beginn des Winters viele Arbeitsplätze wegfallen und die Betroffenen zwischenzeitlich ihr Gehalt aufstocken müssen. Der saisonal bedingte Rückgang der Aufstocker sei dieses Jahr allerdings stärker ausgefallen als sonst, was wiederum für die Wirksamkeit des gesetzlichen Mindestlohns sprechen kann. Bleibt noch die Erklärung, dass die Aufstocker nicht allein deshalb weniger geworden sind, weil sie nun mit ihrem Job über die Runden kommen. Ein Teil von ihnen könnte auch komplett in die Arbeitslosigkeit gerutscht sein, weil ihren Arbeitgebern die 8,50 Euro Mindestlohn zu viel waren, heißt es im SZ-Bericht.  

Mindestlohn hat durchschnittlichen Verdienst von Aufstockern angehoben

Bei Aufstockern unterscheidet man zwei Arten: Hartz-IV-Empfänger, die sich mit einem Minijob etwas zur staatlichen Unterstützung dazuverdienen, und Menschen mit sozialversicherungspflichtigem Job, deren Einkommen unter der Grundsicherung liegt. Etwa die Hälfte, knapp 600.000 Menschen, fallen in die zweite Kategorie. Vor Einführung des Mindestlohns verdienten Aufstocker in Westdeutschland im Schnitt 6,80 Euro brutto pro Stunde, in Ostdeutschland 5,20 Euro. Bei vielen reichte das kaum aus, um Kinder oder Angehörige zu versorgen. Auch Altersvorsorge und Planung der Geldanlage sind mit diesem geringen Einkommen eine besondere Herausforderung. Ein gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro soll es immer mehr Menschen ermöglichen, ohne weitere Hilfe vom Staat auszukommen.

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