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Mindestlohn bei Minijobs vernichtet Arbeitsplätze

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 24.05.2015

Seit Anfang 2015 gilt die flächendeckende Lohnuntergrenze auch geringfügig Beschäftigte. Das bedeutet 8,50 Euro pro Stunde Mindestlohn für einen Minijob – ein Tarif, der vielen Arbeitgebern zu teuer sein scheint. Waren bislang kaum Auswirkungen des Mindestlohns am Arbeitsmarkt zu bemerken, steht nun fest: Seit Einführung des Mindestlohngesetzes ist die Zahl der Minijobber drastisch gesunken.

Seit Einführung des Mindestlohns im Januar 2015 sind 234.000 Minijobs in Deutschland weggefallen, berichtet die „Welt“ unter Berufung auf den Quartalsbericht der Minijobzentrale in Bochum hervor.

Ostdeutschland besonders stark vom Wegfall von Minijobs betroffen

Vor allem im Osten der Bundesrepublik ist die Zahl der geringfügig Beschäftigten im Frühling drastisch gesunken: Sachsen-Anhalt verzeichnete in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres Rückgänge von 7,7 Prozent, in Thüringen sind es 6,6 Prozent. Davor, dass durch die Einführung der Lohnuntergrenze vor allem in den östlichen Bundesländern Minijobs wegfallen könnten, hatten Wirtschaftsforscher bereits im Vorfeld gewarnt. Im April war ein Rückgang um 220.000 Stellen prognostiziert worden. Bundesweit beträgt das Minus im Durchschnitt 3,5 Prozent. Die meisten Stellen wurden im Handel abgebaut, 5 Prozent im Handel verschwunden. Hier gibt es fünf Prozent weniger geringfügig Beschäftigte. Dicht darauf folgt das verarbeitende Gewerbe mit 4,4 Prozent weniger Minijobs.

Besteht Zusammenhang zwischen Minijob-Wegfall und Mindestlohn-Einführung?

„Man muss davon ausgehen, dass viele Rentner und Studenten, die ihr Einkommen mit einem Minijob aufgebessert haben, die ersten Opfer des Mindestlohnes sind“, so Clemens Fuest, Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim und Mitglied in der Mindestlohn-Kommission der Bundesregierung. Ob die rückläufige Zahl der geringfügig Beschäftigten tatsächlich mit der Einführung des flächendeckenden Mindestlohns zusammenhängt, wollte eine Sprecherin der Minijobzentrale laut „Spiegel Online“ nicht kommentieren. Im Monatsbericht März 2015 zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt in Deutschland der Bundesagentur für Arbeit wird deutlich, dass auch die Bundesbehörde an einen ursächlichen Zusammenhang glaubt. Jedoch zeigt sich die Bundesagentur für Arbeit optimistisch und hofft auf entsprechend neu entstehende sozialversicherungspflichtige Stellen.

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