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Mindestlohn wird auf Verbraucher umgelegt

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 28.01.2015

Das neue Jahr ist noch keinen Monat alt, da werden bereits die ersten Folgen des flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro die Stunde bekannt: Vor allem Taxifahrten und Blumengrüße könnten 2015 teurer werden, denn Unternehmer legen die zusätzlichen Personalkosten auf ihre Kunden um.

Vor allem kleinere Firmen und konsumnahe Dienstleister gehen mit der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns nach Einschätzung von Experten auf zwei Arten um. Wie die „Welt“ berichtet, würden Unternehmen, die es sich aus wirtschaftlichen Gründen nicht erlauben können, weniger Gewinn zu machen, entweder die Beschäftigung zurückfahren, um dadurch Personalkosten zu senken, oder die Endpreise anheben.
 

Betroffen sind vor allem kleine Betriebe und Dienstleister im Osten

Wie die Zeitung weiter berichtet, kostet die Lohnerhöhung für 3,7 Millionen Arbeitnehmer, die bisher weniger als den gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro in der Stunde verdient haben, deutsche Unternehmen insgesamt 9,6 Milliarden Euro. Arbeitsmarktexperte Karl Brenke vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erklärt, dass die steigenden Personalkosten insbesondere Unternehmen im Osten hart treffen würden. „Diese Unternehmen müssen wahrscheinlich die Preise anheben, und die Kunden müssten dann etwa in der Gaststätte, beim Friseur oder beim Taxifahrer die höheren Preise auch akzeptieren“, so Brenke.
 

Teuerungsrate vom Kostenschub des Mindestlohns beeinflusst

In seinem Herbstgutachten rechnet das Wirtschaftsforschungsinstitut damit, dass von der für 2015 erwarteten Teuerungsrate etwa 0,2 Prozent auf die höheren Kosten durch die Einführung des Mindestlohns zurückzuführen sein werden. Die „Welt“ berichtet, dass Taxiunternehmen, Postagenturen, Bäckereien, aber auch die Fleisch verarbeitende Industrie besonders stark von Lohnerhöhungen betroffen sind. Taxikunden können sich bereits auf durchschnittlich 20 Prozent höhere Entgelte einstellen. Zahlreiche Kommunen haben den Preiserhöhungen in den jeweiligen Taxi-Tarifbezirken bereits zugestimmt. Zu der Frage, wie hoch die Inflationsrate 2015 insgesamt ausfallen wird, gibt es unterschiedliche Prognosen. Denn während die vom Mindestlohn betroffenen Branchen die Preise erhöhen, profitiert die Gesamtwirtschaft vom sinkenden Rohölpreis. So wird die Teuerungsrate von Experten derzeit zwischen 1,1 und 1,4 Prozent verortet.
 

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