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Minijobber zahlen nur selten Rentenbeiträge

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 13.06.2016

Die meisten Minijobber lassen sich von der Zahlung von Rentenbeiträgen befreien. Eine Entscheidung, die sich später möglicherweise rächen könnte – denn sie lassen sich dadurch einige Ansprüche durch die Lappen gehen. Insbesondere für Studenten können die Jahre im Minijob später einmal entscheidend werden.

Obwohl Minijobber seit 2013 grundsätzlich rentenversicherungspflichtig sind, verzichtet ein Großteil auf die Zahlung von Rentenbeiträgen. Wie die „Welt“ berichtet, haben sich mehr als 82 Prozent der knapp 6,7 Millionen Minijobber von der Beitragspflicht befreien lassen. Kurzfristig macht sich die Befreiung von der Zahlung der Rentenbeiträge positiv auf dem Girokonto bemerkbar, da der Verdienst ohne Abzüge ausgezahlt wird. Langfristig verzichten Minijobber damit allerdings auf einige Vorteile.

Nur geringe Auswirkung der Rentenbeiträge auf zukünftige Rentenhöhe

Rentenversicherte Minijobber müssen 3,7 Prozent ihres Lohns an die gesetzliche Rentenversicherung abführen. Bei einem Lohn von 450 Euro entspricht dies einer Summe von 16,65 Euro. Minijobber, die nur 200 Euro monatlich verdienen, müssten Rentenbeiträge in Höhe von 7,40 Euro zahlen. Zudem zahlt der Arbeitgeber pauschal 15 Prozent an die Rentenkasse. Die Auswirkung der Rentenbeiträge auf den späteren Rentenanspruch sind geringfügig: Minijobber, die ein Jahr lang rentenversicherungspflichtig auf 450-Euro-Basis arbeiten, erhöhen ihre späteren monatlichen Rentenzahlungen um etwa 4,35 Euro (West) beziehungsweise 4,62 Euro (Ost). Ohne eigene Rentenbeiträge fällt die Erhöhung allerdings nur 86 Cent geringer aus.

Gleiche Beitragsjahre für reguläre Arbeitnehmer und Minijobber

„Man kann sich mit den paar Euro Beitrag im Minijob keine Alterssicherung aufbauen“, räumt Christian Schirk von der Minijob-Zentrale der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (KBS) in Essen ein. „Aber die Ansprüche, die aus der Einzahlung erwachsen, die können sich sehen lassen“, betont er gegenüber der „Welt“. Darunter fällt unter anderem ein voller Versicherungsschutz inklusive Erwerbsminderungsrente und Anspruch auf Reha-Maßnahmen.

Zudem können Minijobber mit ihrer geringfügigen Beschäftigung Versicherungsjahre für die gesetzliche Rente sammeln wie in regulären Anstellungsverhältnissen. Die Höhe des Verdienstes macht bei der Anrechnung von Pflichtbeitragszeiten keinen Unterschied. Dies kann insbesondere für Studenten wichtig werden, um trotz des späteren Starts ins reguläre Erwerbsleben auf die 45 Beitragsjahre zu kommen, die für den vorzeitigen abschlagsfreien Renteneintritt erforderlich sind. Reine Studiumsjahre werden nämlich im Gegensatz zu Jahren als Minijobber nicht auf die Rente angerechnet. Das Gleiche gilt für Erwerbslose: Zeiten der Arbeitslosigkeit zählen nicht als Beitragszeiten für den vorzeitigen abschlagsfreien Renteneintritt oder für Zuschussrenten.

Ansprüche aus Rentenbeiträgen bereits vor der Rente

Ansprüche aus der Zahlung von Rentenbeiträgen erwachsen schon deutlich von dem Rentenalter. Minijobber, die ihre Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können, haben bereits nach sechsmonatiger Einzahlung in die Rentenkasse Anspruch auf eine Reha. Auch bei Berufskrankheiten, Arbeitsunfällen oder Invalidität sind rentenversicherungspflichtige Minijobber abgesichert – bis hin zur vollen Erwerbsminderungsrente, wenn die dafür erforderlichen Beitragszeiten erfüllt sind. Zudem ermöglicht die Zahlung von Rentenbeiträgen Minijobbern den Abschluss einer staatlich geförderten Riester-Rente.

Quelle: Welt

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