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Mobile Payment: Jeder Dritte wäre dazu bereit

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 15.06.2015

Fast ein Drittel der Deutschen kann sich vorstellen, künftig an der Supermarktkasse das Smartphone statt des Portemonnaies zu zücken. Mobile Payment soll den Vorgang an der Kasse beschleunigen und den Händlern Kosten ersparen. So sieht es zumindest Aldi Nord. Der Discounter will in all seinen 2.400 Filialen das kontaktlose Bezahlen per Handy ermöglichen.

Aldi Nord hat mit seinem Vorstoß, in allen Filialen das Bezahlen per Handy zu ermöglichen, die Diskussion über das Mobile Payment wieder in Schwung gebracht. Einer aktuellen Umfrage des Digitalverbands Bitkom zufolge kann sich fast jeder Dritte vorstellen, die Kosten für seinen Einkauf künftig am Terminal zu begleichen – ohne Bargeld, Bank- oder Kreditkarte. Unter den 14- bis 49-Jährigen ist sogar fast die Hälfte der Befragten zum Mobile Payment bereit.

Bislang wenig Möglichkeiten zum Mobile Payment

Angesichts der Tatsache, dass die Deutschen sehr am Bargeld hängen, ist diese große Zustimmung bemerkenswert. Bislang hat sich das Bezahlen per Handy trotz der grundsätzlichen Bereitschaft allerdings kaum durchgesetzt. 80 Prozent der Einkäufe werden in Deutschland nach wie vor mit Bargeld bezahlt. Als Grund geben zwei Drittel der von Bitkom Befragten an, so eine bessere Kontrolle über ihre Finanzen zu haben. Die Hälfte findet das klassische Bezahlen bequemer und 18 Prozent stehen dem mobilen Bezahlen aus Sicherheitsgründen skeptisch gegenüber. Allerdings beklagten auch 37 Prozent der Befragten, dass Händler kein Mobile Payment anbieten würden. So wurden bisher lediglich 50.000 bis 60.000 Terminals von rund einer Million Kassen im deutschen Handel umgerüstet. Durch den Vorstoß von Aldi Nord mit seinen immerhin 2.400 Filialen könnte nun Bewegung in den Einzelhandel kommen.

Was bringt Bezahlen per Handy?

Aldi Nord erhofft sich, durch die Einführung von Mobile Payment den Zahlvorgang an der Kasse zu beschleunigen. Das Kramen nach Kleingeld und das Warten auf den teilweise recht langsamen Verbindungsaufbau der Kartenzahlungsterminals entfallen. Mit der neuen Technologie könne der Zahlvorgang innerhalb weniger Sekunden abgewickelt werden, heißt es in einer Pressemitteilung des Discounters. Zudem erspare das Mobile Payment den Händlern hohe Kosten, die durch die großen Mengen an benötigtem Wechselgeld entstehen: aufwendige Sicherheitstechnik, Versicherungen gegen Diebstahl, teure Geldtransporte, Falschgeld und entgangene Zinsen.

Wie funktioniert Mobile Payment?

Um mit dem Smartphone bezahlen zu können, benötigen Kunden ein Gerät, das die Nahfunk-Technologie NFC (kurz für: Near Field Communication) beherrscht, was mittlerweile bei fast allen aktuellen mittel- und hochklassigen Smartphones der gängigen Hersteller der Fall ist. Anschließend muss eine sogenannte Wallet-App installiert werden.

Dieses digitale Portemonnaie wird mit dem Girokonto oder der Kreditkarte verknüpft. Nach der Kommunikation zwischen Smartphone und Terminal muss der Kunde die Zahlung nur noch per Fingerabdruck oder Code freigeben. Bei Beträgen von weniger als 25 Euro ist die PIN-Eingabe teilweise nicht einmal nötig. Experten schätzen die Sicherheit dennoch als hoch ein, da NFC nur im Nahbereich funktioniert. Um Daten ausspähen zu können, müsste ein Lesegerät zentimeternah am Handy platziert werden.

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