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Mobiles Bezahlen: Mehrheit der Deutschen skeptisch

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 03.08.2016

Auch wenn zumindest ein Teil der Bundesbürger inzwischen auf Scheine und Münzen verzichten könnte, mobiles Bezahlen mit dem Smartphone ist für den Großteil der Deutschen keine Alternative. Ganz anders sehen das vor allem Verbraucher in Südeuropa, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Viele Bundesbürger können sich zwar inzwischen vorstellen, in Zukunft auf Bargeld im Alltag zu verzichten. Mobiles Bezahlen per Smartphone betrachten dennoch viele Deutsche noch skeptisch. Im internationalen Vergleich hinkt Deutschland bei der Nutzung von Mobile Payment hinterher.

Nutzung von Bargeld nimmt in Deutschland nur langsam ab

Obwohl auch in Deutschland immer mehr Einzelhändler, darunter große Ketten wie Aldi oder Ikea, Mobile Payment anbieten, lehnen zwei Drittel der deutschen Verbraucher das Bezahlen mit dem Smartphone ab und wollen mobiles Bezahlen auch in Zukunft nicht nutzen. Dies geht aus einer repräsentativen Untersuchung der ING-DiBa hervor, für die Verbraucher in 13 europäischen Ländern sowie in den USA und Australien zu ihren Zahlungsgewohnheiten und der Nutzung von Mobile Banking befragt wurden. Während 53 Prozent der europäischen Konsumenten heute weniger Bargeld nutzen als noch vor einem Jahr, sind es in der Bundesrepublik nur 31 Prozent, die angaben, dass ihre Bargeldnutzung in den vergangenen zwölf Monaten abgenommen hat.

Deutsche neuen Technologien gegenüber nicht grundsätzlich abgeneigt

Dabei sind die Deutschen digitalen Neuerungen gegenüber – auch bei Bankgeschäften – grundsätzlich nicht abgeneigt. Mehr als die Hälfte der Befragten, gab an Mobile-Banking-Angebote auf ihrem Smartphone oder Tablet zu nutzen. Damit liegen die Deutschen im europäischen Vergleich im Mittelfeld. 65 Prozent der Mobile-Banking-Nutzer sind sogar der Meinung, dass diese mobilen Angebote ihnen ihre private Finanzverwaltung erleichtern. Auf das mobile Bezahlen erstreckt sich die Begeisterung allerdings nicht: Nur 29 Prozent der Smartphone- und Tablet-Besitzer haben bereits einmal eine Mobile-Payment-App verwendet, und nur 16 Prozent gehen davon aus, dies innerhalb des nächsten Jahres sicher zu tun. Knapp ein Viertel der Deutschen hält es aber immerhin für wahrscheinlich, in den nächsten zwölf Monaten eine App zum mobilen Bezahlen zu verwenden. Zum Vergleich: Europaweit haben bereits 40 Prozent mobiles Bezahlen per App genutzt, 56 Prozent werden Mobile Payment sicher oder wahrscheinlich im kommenden Jahr wieder nutzen.

Südeuropäer gegenüber mobilem Bezahlen deutlich aufgeschlossener

Vor allem im Süden Europas verzichten Verbraucher deutlich bereitwilliger auf Scheine und Münzen. „Die Deutschen lieben ihr Bargeld. Daher verwundert auch nicht, dass man hierzulande neuen Bezahlmethoden eher skeptisch gegenübersteht “, kommentiert Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING-DiBa, die Studienergebnisse. „Andere Länder, wie die Türkei, Italien oder Spanien, sind hier schon weiter: Die dortigen Verbraucher sind mobilen Zahlungsmethoden wie dem Bezahlen per Smartphone gegenüber viel aufgeschlossener.“ Während im Schnitt mehr als die Hälfte der Europäer davon ausgeht, in Zukunft häufiger mit dem Smartphone zu bezahlen, sind es in Deutschland gerade einmal 32 Prozent. Was die Deutschen in erste Linie abschreckt, sind Sicherheitsbedenken, die 68 Prozent gegenüber dem mobilen Bezahlen hegen. Wenn die Deutschen auf Bargeld an der Ladenkasse verzichten, dann setzen sie in den meisten Fällen auf die Bankkarte ihres Girokontos, wie eine Studie des Digitalverbandes Bitkom jüngst zeigte. Selbst die in Deutschland deutlich weniger als in anderen Ländern verbreitete Kreditkarte kommt demzufolge im Einzelhandel häufiger zum Einsatz als Mobile Payment.

Quelle: ING-DiBa

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