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Müllgebühren werden vom Kartellamt überprüft

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 18.10.2015

Möglicherweise bezahlen die Deutschen zu hohe Müllgebühren: Das Kartellamt möchte die Gebühren zur Entsorgung des Hausmülls genauer untersuchen. Denn es gibt Anzeichen dafür, dass der Wettbewerb in der Entsorgungsbranche verzerrt ist.

Wenn der Verdacht auf verzerrte Wettbewerbsbedingungen besteht, schreitet das Kartellamt ein. Aktuell geht es um die Müllgebühren in Deutschland. Laut Informationen der „Welt“ vermutet die Bonner Behörde, dass der Wettbewerb in der Entsorgungsbranche nicht mehr richtig funktioniert. Deshalb soll nun eine Sektoruntersuchung der Hausmüllentsorgung durchgeführt werden.

Starke Unterschiede bei den Müllgebühren

Es gibt zwar keinen konkreten Einzelfall, in dem das Kartellamt Verdacht geschöpft hat, aber den Wettbewerbshütern ist aufgefallen, dass die Höhe der Müllgebühren zwischen den verschiedenen Kommunen stark variiert. Das sei laut einer Sprecherin des Kartellamts nicht nur mit unterschiedlichen verwendeten Müllbehältern oder verschiedenen Sammelrhythmen zu begründen. Diesen Preisunterschieden will die Behörde nun auf den Grund gehen und herausfinden, ob in einigen Kommunen verzerrte Wettbewerbsbedingungen die Ursache dafür sind. In der Vergangenheit haben die durchgeführten Sektoruntersuchungen in mehreren Fällen Verfahren gegen einzelne Unternehmen nach sich gezogen. Die umfangreiche Untersuchung der Entsorgungsstrukturen soll rund eineinhalb Jahre dauern.

Kartellamt vermutet verkappte Monopole

Zusätzlich zu den unterschiedlichen Preisen ist dem Amt außerdem aufgefallen, dass sich inzwischen immer weniger Unternehmen an den Ausschreibungen der Kommunen beteiligen und es dadurch selten zu Anbieterwechseln kommt. Der Grund hierfür könnte laut Kartellamt sein, dass neue Bewerber keine Chancen für sich sehen oder eventuell sogar eingeschüchtert werden. Weniger Bewerber bedeuten aber auch oft höhere Müllgebühren für die Bürger. Deshalb möchte die Behörde auch den Zusammenhang zwischen Bewerberzahlen und Preisentwicklungen innerhalb der vergangenen Jahre untersuchen. Außerdem ist aufgefallen, dass einige Unternehmen sich bei Ausschreibungen gemeinsam bewerben. Gerade Arbeitsgemeinschaften zwischen großen Unternehmen sind dem Kartellamt verdächtig: Hier wird vermutet, dass die geringe Konkurrenz für teurere Angebote sorgen und so verkappte Monopole geschaffen werden könnten.

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