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Nach 31 Jahren – das Aus für die Milchquote

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 28.03.2015

Seit 1984 wird die Milchproduktion in Europa durch eine Milchquote gedeckelt. Ende März wird dieses Produktionsmaximum nun abgeschafft. Über die Frage, welche Folgen dies für die Milchwirtschaft und die Verbraucherpreise haben wird, herrscht Uneinigkeit. Besonders kleinere Betriebe gehen aktuell davon aus, die Verlierer zu sein.

Zum Stichtag 31. März 2015 wird die seit 31 Jahren bestehende Milchquote abgeschafft, berichtet „Die Welt“. Damit dürfen Milchbauern bereits in wenigen Tagen so viel Milch produzieren, wie sie können. Während sich Großbetriebe durch den Wegfall der Quote neue Gewinnchancen ausrechnen, fürchten kleinere Milchbetriebe, dass es zu Überproduktionen und dadurch zu Preisverfällen kommen könnte. Die Verbraucherpreise für Milchprodukte befinden sich aktuell bereits auf einem niedrigen Niveau – was das Aus der Milchquote für Bauern und Tiere genau bedeuten könnte, ist noch unklar.

Milchquote hat ihre Schuldigkeit getan

Ursprünglich war die Milchquote eingeführt worden, um bestehende Überproduktionen einzudämmen. Die Milchbauern in Europa hatten Mitte der achtziger Jahre so viel Milch produziert, dass die Mengen kaum mehr verkauft werden konnten. Heute besteht kein Überangebot mehr, weshalb die Milchquote auch nicht mehr länger erforderlich erscheint. Außerdem bietet der internationale Markt zusätzliche Absatzmöglichkeiten, wovon sich zum Beispiel der Bauernverband in Niedersachsen, dem mit rund 800.000 Milchkühen größten Milchstandort, neue Chancen für die deutsche Milchwirtschaft erhofft. Kleinere Milchbauern fürchten jedoch einen sich weiter fortsetzenden Verfall der Verbraucherpreise für Milchprodukte und bangen um ihre Existenz.

Stark schwankende Verbraucherpreise werden erwartet

Der Weltmarkt ist laut dem niedersächsischen Landwirtschaftsminister Christian Meyer größeren Preisschwankungen unterworfen als der europäische oder deutsche Markt. Von diesen Schwankungen könnten in Zukunft jedoch auch die europäischen Märkte betroffen sein. Verbraucher können sich daher wohl darauf einstellen, dass Milchprodukte trotz Schwankungen in Zukunft aufgrund der steigenden Produktionsmengen durchschnittlich günstiger werden. Für kleinere Milchbetriebe könnte dies schlimmstenfalls in einer Katastrophe enden. Bereits jetzt erhält ein Milchproduzent nur weniger als 30 Cent pro Kilogramm Milch. Während der Zeit, in welcher die Milchquote bestand, sind in den letzten Jahren bereits zahlreiche kleinere Milchproduzenten dem Preiskampf zum Opfer gefallen. Die Abschaffung der Quote wird die Situation für die kleinen Betriebe kaum verbessern.

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