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Nebenkostenabrechnungen sind häufig fehlerhaft

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 27.05.2015

Nebenkostenabrechnungen für Mietwohnungen fallen häufig zu hoch aus. Experten gehen sogar davon aus, dass jede zweite Abrechnung nicht korrekt ist. Häufigste Fehlerquelle sind dabei die sonstigen Betriebskosten. Bestimmte Kosten, beispielsweise für notwendige Reparaturen, dürfen grundsätzlich nicht auf Mieter umgelegt werden.

Millionen von Mietern erhalten dieser Tage die Nebenkostenabrechnung für ihre Wohnung. Und diese könnte unter Umständen auch Posten enthalten, die nicht rechtmäßig sind, berichtet das „Handelsblatt“ in seiner Online-Ausgabe.

Jede zweite Nebenkostenabrechnung nicht korrekt

Fehlerhafte Nebenkostenabrechnungen sind keine Seltenheit. Dietmar Wall vom Deutschen Mieterbund erklärte im Gespräch mit der Wirtschaftszeitung, dass etwa die Hälfte der Abrechnungen schlichtweg falsch oder aber zumindest klärungsbedürftig seien. Dass Mietern zum Beispiel ungerechtfertigte Posten in Rechnung gestellt werden, ist dem Experten zufolge keine Seltenheit. Prinzipiell ist durch die Betriebskostenverordnung (BetrKV) vom Gesetzgeber eindeutig geklärt, welche 16 Posten Vermieter in die Nebenkostenabrechnung aufnehmen dürfen. Hierzu zählen unter anderem Kosten für

  • Wasserversorgung
  • Betrieb der der Heizanlage
  • Gartenpflege
  • Müllabfuhr
  • Straßenreinigung.

Unzulässige Posten unter „sonstige Betriebskosten“

Zu den zulässigen Posten gehören auch die „sonstigen Betriebskosten“, über die Vermieter Aufwendungen zur Erhaltung von Gemeinschaftsanlagen umlegen können, beispielsweise für die Dachrinnenreinigung. Vermieter dürfen aber nicht alle beliebigen Kostenfaktoren als Betriebskosten auf Mieter umlegen, erklärt Katharina von Knop, Geschäftsführerin des Mietnebenkostenprüfservices Mineko, im „Handelsblatt“. Nicht auf die Mieter umgelegt werden dürften etwa Kosten für die Verwaltung des Gebäudes sowie für seinen Erhalt und für Reparaturen. Dennoch tauchten Kosten für einen Hausverwalter häufig in Nebenkostenabrechnungen auf, berichtet Mieterschützer Wall. Zudem werde häufig nicht eindeutig zwischen der umlegbaren Wartung und vom Vermieter zu tragenden Reparaturen unterschieden. Ebenfalls verbreitet sei es, die Kosten für nicht vermietete Wohnungen auf die vermieteten Wohnungen umzulegen. Der Mieterbund empfiehlt daher, die ausgewiesene Gesamtwohnfläche des Objekts mit den Werten in den Nebenkostenabrechnungen der Vorjahre zu vergleichen.

Rechte von Mietern bei fehlerhafter Nebenkostenabrechnung

Mieter müssen Zweifel an der Korrektheit ihrer Nebenkostenabrechnung konkret begründen. Der Vermieter ist verpflichtet, Mietern im Zweifelsfall Einsicht in die entsprechenden Belege zu gewähren. Allerdings haben Mieter keinen Einfluss darauf, an welche Anbieter der Vermieter Aufträge vergibt. Direkten Einfluss auf die Höhe der Mietnebenkosten können Mieter nur bei Energieversorgern nehmen. Durch einen Anbieterwechsel für Strom und Gas sind unter Umständen Einsparungen möglich.

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