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Negativzinsen auch für den Gesundheitsfonds

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 27.02.2016

Erstmals musste der Gesundheitsfonds, der in Deutschland die Mittel der gesetzlichen Krankenversicherung verwaltet und verteilt, im vergangenen Jahr Negativzinsen zahlen. Zwischen dem Eingang der Mittel und ihrer Verteilung lagern große Summen auf den Konten des Fonds, für die nun Strafzinsen fällig wurden.

Im vergangenen Jahr musste erstmals auch der Gesundheitsfonds Negativzinsen auf seine Einlagen zahlen. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet, haben die Krankenkassen dadurch 1,8 Millionen Euro an Beiträgen verloren. Die Kreditinstitute reagieren damit auf die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Diese führt dazu, dass sie Beträge nicht mehr rentabel anlegen können und auch selbst Strafzinsen zahlen müssen, wenn sie Geld bei der EZB lagern.

Gesundheitsfonds verliert Beiträge

Bis 2009 zahlten die Beitragszahler in der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland ihre Beiträge direkt an die einzelnen Versicherungsträger. Dann wurde das Modell umgestellt: Seitdem gehen die Beiträge an den Gesundheitsfonds, der dann die Verteilung der Mittel an die Versicherungsträger vornimmt.

Dadurch befinden sich regelmäßig hohe Summen auf den Konten des Fonds, der ab der Monatsmitte die eingehenden Beiträge sammelt und sie in der ersten Hälfte des Folgemonats an die 118 Kassen verteilt. Diese bringen das Geld oft bei mehreren Kreditinstituten unter, um ihrerseits die Zahlung von Negativzinsen zu umgehen. Wie auch bei großen Firmenkunden fallen für die Krankenkassen Strafzinsen an, wenn sie hohe Summen ungenutzt auf einem Konto liegen lassen.

Negativzinsen belasten nun auch Sozialversicherung

Das Bundesversicherungsamt teilte der „FAZ“ auf Anfrage mit, dass der Gesundheitsfonds 2015 Negativzinsen in Höhe von 1,8 Millionen Euro zahlen musste, im Vergleich zu seinem Gesamtvolumen von über 200 Milliarden Euro sei dieser Verlust allerdings als gering anzusehen. Trotzdem müssen die Sozialversicherer ein Stück weit umdenken und Abstand davon nehmen, sich bei ihren Kapitalanlagen vor allem auf Liquidität zu konzentrieren.

„Die aktuelle Lage an den Finanzmärkten zeigt, dass die Kapitalanlagen der Sozialversicherung grundsätzlich auf den Umfang der notwendigen Liquiditätssicherung beschränkt werden sollten“, erklärt Alexander Gunkel aus dem Bundesvorstand der Deutschen Rentenversicherung Bund. Die Rentenversicherungsträger erwirtschaften bislang positive Renditen, allerdings laufen ihre Anlagen auch über längere Zeiträume.

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