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Negativzinsen: So würden Privatkunden reagieren

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 14.04.2016

Falls künftig auch Privatkunden Negativzinsen auf ihre Spareinlagen zahlen müssten, würden viele Sparer ihr Geld laut einer Studie lieber abheben, als Strafzinsen an die Bank zu zahlen. Nach alternativen Anlageformen würde sich allerdings weniger als die Hälfte der Befragten umsehen.

Bislang fallen noch keine Negativzinsen auf die Spareinlagen von Privatkunden an. Angesichts der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) scheint das aber für viele Bundesbürger ein realistisches Szenario zu sein. Wie die „Welt“ berichtet, würde einer Umfrage zufolge die Hälfte der Bundesbürger ihre Ersparnisse abheben, wenn es tatsächlich zu Negativzinsen kommen sollte. 40 Prozent würden andere Investitionsmöglichkeiten suchen.

Sparer wollen Negativzinsen unbedingt vermeiden

Strafzinsen für das Geld auf dem eigenen Girokonto oder Tagesgeldkonto zu zahlen, widerstrebt den Deutschen offensichtlich sehr. Wie die Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag der Vermögensverwaltung Flossbach von Storch zeigt, würden die meisten Privatkunden zunächst versuchen, die Negativzinsen durch einen Wechsel der Bank zu umgehen. Falls dies nicht möglich wäre, würden 50 Prozent der Befragten Bargeld abheben, weitere 40 Prozent würden sich nach alternativen Anlageformen wie Aktien, Fonds oder Gold umsehen. Nur zehn Prozent würden nicht aktiv werden. Bert Flossbach, Vorstand bei Flossbach von Storch, erklärt: „ Negativzinsen werden von Privatpersonen offensichtlich nicht toleriert. Die Bank dafür zu bezahlen, dass man ihr die Ersparnisse überlässt, dürfte für viele Deutsche eine unüberwindbare psychologische Hürde darstellen.“

Weniger vermögende Privatkunden würden Geld zu Hause lagern

Gerade die Sparer, die weniger als 5.000 Euro zurückgelegt haben, würden ihr Kapital bei der Einführung von Negativzinsen zu Hause lagern. In dieser Gruppe erklärten rund 63 Prozent, ihr Geld abheben zu wollen, nur 27 Prozent würden es mit einer anderen Anlageform versuchen. Privatkunden mit einem verfügbaren Anlagevermögen von über 100.000 Euro würden dagegen zu rund 64 Prozent nach einer Alternative zur bisherigen Anlage suchen. „Die Einführung von Negativzinsen hätte weitreichende Folgen für die Banken: Bankwechsel und Bargeldabhebungen würden zu einem Einlagenschwund führen", prognostiziert Flossbach. Momentan scheinen Strafzinsen für Privatkunden nach Einschätzung des Bankenverbands allerdings noch unwahrscheinlich und Banken würden eher versuchen, die für sie geltenden Strafzinsen über neue Gebühren an die Kunden weiterzugeben.

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