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Neue Beitragsbemessungsgrenzen für 2016

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 15.09.2015

Da die Löhne gestiegen sind, wird das Bundesarbeitsministerium die Beitragsbemessungsgrenzen für das kommende Jahr erhöhen. Auf Gutverdiener kommen damit höhere Sozialabgaben zu. Betroffen ist nicht nur die Lohngrenze für die Renten- und Arbeitslosenversicherung. Auch die Abgaben für die Kranken- und Pflegeversicherung werden für besserverdienende Arbeitnehmer steigen.

Das Bundesarbeitsministerium plant, die Beitragsbemessungsgrenze 2016 in Westdeutschland von 72.600 Euro auf 74.400 Euro erhöhen und in Ostdeutschland von 62.400 Euro auf 64.800 Euro. Das heißt: Gutverdiener, deren Brutto-Einkommen darüber liegt, müssen auf diesen Betrag Sozialabgaben für die Renten- und Arbeitslosenversicherung leisten. Erst der Betrag, der darüber hinausgeht, ist beitragsfrei. Die Zahlen entsprächen im Osten einer monatlichen Lohnobergrenze von 5.400 Euro, wenn der keine zusätzlichen Leistungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld gezahlt werden. Die Beitragsbemessungsgrenze von 74.400 Euro im Westen entspräche einer monatlichen Brutto-Lohnobergrenze von 6.200 Euro. Diese Werte gab die „Welt“ mit Bezug auf einen Referentenentwurf des Ministeriums bekannt.

Größerer Zuwachs bei den Sozialabgaben im Osten

Gutverdiener im Westen, deren Gehalt die neuen Beitragsbemessungsgrenzen überschreitet, müssten monatlich gut 14 Euro mehr Sozialabgaben für die Renten- und Arbeitslosenversicherung leisten. In den neuen Bundesländern würde die monatliche Steigerung mit circa 18,70 Euro noch höher ausfallen. Die Sozialabgaben für die Arbeitgeber steigen im gleichen Ausmaß. Grund für die Anhebung ist, dass sich die Bruttolöhne im Westen um 2,54 Prozent und im Osten um 3,39 Prozent erhöht haben. Das Bundesarbeitsministerium nimmt jährlich eine Anpassung der Beitragsbemessungsgrenze entsprechend des Lohnanstiegs vor. Das Kabinett stimmt voraussichtlich im Oktober über den Referentenentwurf ab.

Beitragsbemessungsgrenze 2016 für die Kranken- und Pflegeversicherung

Auch die Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Krankenversicherung und die Pflegeversicherung wird 2016 steigen, und zwar voraussichtlich von 4.125,00 Euro auf 4.237,50 Euro im Monat beziehungsweise 50.850,00 Euro jährlich. Diese Lohnobergrenze gilt sowohl für West- als auch für Ostdeutschland.

Die Beitragsbemessungsgrenze für die Kranken- und Pflegeversicherung muss von der sogenannten Versicherungspflichtgrenze unterschieden werden. Letztere gibt an, ab welchem Verdienst ein Arbeitnehmer von der gesetzlichen in eine private Krankenversicherung wechseln kann. Sie liegt aktuell bei 54.900 Euro jährlich beziehungsweise 4.575 Euro im Monat.  

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