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Neue Widerrufswelle beim Baugeld

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 22.02.2015

Im Zeitraum zwischen 2002 und 2010 wurden nach neuen Schätzungen rund fünf Millionen Baugeld-Verträge mit einer falschen Widerrufsbelehrung abgeschlossen. Zahlreichen Banken könnte jetzt eine Widerrufswelle drohen, wenn Kreditnehmer alte Darlehen ablösen und in neue, zinsgünstigere Baufinanzierungen umwandeln möchten.

Laut neuen Zahlen, welche dem „Handelsblatt“ vorliegen, sollen aktuell rund 900.000 Immobilienbesitzer in Deutschland ihre alten Immobiliendarlehen für ihr Baugeld widerrufen. Die Kreditnehmer verweisen dabei darauf, dass die Widerrufsbelehrung in ihrem Kreditvertrag Fehler enthalte und daher nicht wirksam sei. Viele von ihnen könnten damit Recht haben, denn nach Schätzungen wird davon ausgegangen, dass derzeit noch mehrere Millionen an fehlerhaften Verträgen bestehen. Während die Fehler die Kreditgeber teuer zu stehen kommen können, dürften zahlreiche Kreditnehmer profitieren.

Widerrufsbelehrung in Millionen Fällen fehlerhaft

In den Jahren 2002 bis 2010 sollen mehr als zehn Millionen Darlehensverträge abgeschlossen worden sein und in vielen Fällen war dabei Baugeld mit einer falschen Widerrufsbelehrung verliehen worden. Der Eigentümerverband Haus & Grund geht laut dem „Handelsblatt“ von insgesamt mehr als fünf Millionen fehlerhaften Verträgen aus. Diese Zahlen sprechen dafür, dass die derzeitige Widerrufswelle mit aktuell rund 900.000 Fällen noch ein deutlich größeres Ausmaß erreichen könnte.

Eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung kann dazu führen, dass ein Kreditvertrag auch Jahre später noch widerrufen und damit rückgängig gemacht werden kann. Die Kreditnehmer können dann ohne Gebühr oder Vorfälligkeitsentschädigung aus ihrem Vertrag aussteigen, das Baugeld zurückzahlen und zum Beispiel durch eine neue günstigere Baufinanzierung ersetzen.

Günstiges Baugeld treibt Widerrufswelle an

Besonders die aktuell so niedrigen Zinsen für Baugeld machen den Widerruf für zahlreiche Kreditnehmer interessant. Da sich eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung allerdings in keiner Weise negativ auf den Kunden auswirkt, sollten Betroffene abwägen: Eine günstige Baufinanzierung sollte nicht einfach widerrufen werden, nur weil es möglich ist, sondern lediglich falls eine noch günstigere alternative Finanzierung eingegangen werden kann.

In solchen Fällen können Kreditnehmer teilweise kräftig sparen, denn die aktuellen Bauzinsen liegen deutlich unter dem Niveau von vor einigen Jahren. Hierfür muss der Kreditvertrag zunächst fachmännisch auf eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung geprüft werden. Anschließend kann dann der Widerruf erfolgen. Die neue Finanzierung sollte dann bereits bereitstehen, denn mit dem Auflösen des alten Kreditvertrags muss auch das geliehene Baugeld umgehend vollständig zurückgezahlt werden.

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