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Neues Verfahren: Authentifizierung ohne Passwörter

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 29.11.2015

Der Trend geht zum mobilen Online-Banking – und dies soll zukünftig bequemer und gleichzeitig sicherer werden. Statt Passwörter und TAN-Nummern einzugeben, könnten Bankkunden in absehbarer Zeit daran erkannt werden, wie sie ihr Handy halten. Banken setzen verstärkt auf biometrische Merkmale zur Authentifizierung beim Online-Banking. Die Deutsche Bank hat bereits ein Verfahren ohne Passwörter und TANs fertiggestellt.

Online-Banking per Smartphone könnte in absehbarer Zeit ohne Passwörter und TANs auskommen. Wie die „Welt“ berichtet, hat die Deutsche Bank ein neues Sicherheitsverfahren für das mobile Online-Banking entwickelt, das ohne komplizierte Codes auskommt und dennoch sicherer sein soll als derzeit eingesetzte Verfahren zur Authentifizierung des Kunden.

Neues Verfahren berücksichtigt 50 Faktoren für die Authentifizierung

Nach Informationen der „Welt“ sollen bei dem neuen Verfahren etwa 50 Faktoren berücksichtigt werden. Dazu zählen höchst individuelle Merkmale, beispielsweise in welcher Hand ein Smartphone-Nutzer sein Gerät hält und wie fest er auf das Display drückt. Daneben sollen auch Stimme, Fingerabdrücke und Gesichtserkennung zur Authentifizierung des Bankkunden herangezogen werden. Die Tests des neuen Verfahrens seien erfolgreich verlaufen, heißt es aus der Entwicklungsabteilung der Deutschen Bank in London. Es sei bislang keinem Dritten gelungen, sich für den eigentlichen Besitzer eines Smartphones auszugeben und über dessen Online-Banking Transaktionen auszuführen. Die größte Übereinstimmung, die bei den Betrugsversuchen im Testumfeld erreicht wurde, lag bei 15 Prozent, berichtet die „Welt“.

Verzicht auf Passwörter: Spagat zwischen Sicherheit und Bequemlichkeit

Authentifizierungs-Verfahren ohne Passwörter oder TANs bedeuten grundsätzlich einen Spagat zwischen Nutzerfreundlichkeit und Sicherheit. Auf der einen Seite muss verhindert werden, dass sich Dritte unbefugt Zugang zum Online-Banking des Besitzers verschaffen können, wenn dieser das Smartphone verliert oder es gestohlen wird. Auf der anderen Seite dürfen die Authentifizierungs-Merkmale nicht so eng gefasst werden, dass der Besitzer selbst nicht mehr auf sein Girokonto zugreifen kann, wenn er beispielsweise bedingt durch eine Verletzung sein Smartphone anders bedient als üblich. Nach Angaben der Deutschen Bank sei der Zugriff auf das eigene Online-Banking jedoch problemlos möglich, wenn ein Kunde nach einem Armbruch sein Handy mit der linken statt der rechten Hand nutzen würde. In solchen Fällen würde zusätzlich ein weiteres Sicherheitsmerkmal abgerufen, beispielsweise per Gesichtserkennung.

Banken setzen auf Biometrie beim mobilen Online-Banking

Auch andere Geldinstitute arbeiten an neuen Verfahren, die das Online-Banking zugleich sicherer und bequemer machen sollen. In erster Linie setzen die Entwicklungsabteilungen dabei auf biometrische Merkmale, beispielsweise in Form von Stimm- und Gesichtserkennung. Dies bietet sich aufgrund der zahlreichen Sensoren in Smartphones insbesondere für das mobile Online-Banking an. Die britische Barclays Bank hat zudem bereits im vergangenen Jahr ein Verfahren vorgestellt, dass Bankkunden anhand des Blutdrucks in den Fingerspitzen erkennt. Für Privatkunden ist dies allerdings bislang noch nicht verfügbar. Das Verfahren der Deutschen Bank soll nach eigenen Angaben bereits fertig sein und demnächst an 10.000 Mitarbeiter gegeben werden. „Danach ist es Sache eines jeden Verantwortlichen in der Bank, wann er es seinen Kunden anbietet“, sagte Philip Gilligan, Head of Strategy & Innovation bei der Deutschen Bank, der britischen „Financial Times“.

Höhere Sicherheit durch Kombination mehrerer Merkmale

Entscheidend für die Sicherheit des Online-Bankings ohne Passwörter und TANs dürfte nach Einschätzung der Deutschen Bank die Kombination mehrerer Authentifizierungsmerkmale sein. Dass einzelne biometrische Merkmale nicht fälschungssicher sind, wurde bereits kurz nach Erscheinen des ersten iPhones mit Fingerabdrucksensor bewiesen. Kaum war das Gerät auf dem Markt, hatten Hacker den Sensor mit einem gefälschten Fingerabdruck überlistet.

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