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Niedrige Zinsen: Bund spart fast 100 Milliarden

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 28.04.2015

Während Sparer massiv unter den niedrigen Zinsen leiden, profitiert der Bund kräftig davon: Fast 100 Milliarden Euro an Zinskosten hat er seit 2008 eingespart. Kritische Stimmen sind daher der Meinung, dass Finanzminister Schäubles „schwarze Null“ vielmehr ein Resultat der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank ist, und nicht das Ergebnis erfolgreicher Arbeit.

Der Bundeshaushalt profitiert im großen Stil von den anhaltend niedrigen Zinsen. Seit Beginn der Finanzkrise im Jahr 2008 hat der Bund bis 2014 Zinskosten in Höhe von rund 94 Milliarden Euro eingespart. Dies geht aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Grünen vor, die der „Welt“ vorliegt.

Niedrige Zinsen führen zu Abweichung von mittelfristiger Finanzplanung

Die Zahl ergibt sich aus der Differenz zwischen der mittelfristigen Finanzplanung, die sich jeweils über vier Jahre erstreckt, und den tatsächlich angefallenen Zinskosten. Diese Ausgaben waren in den vergangenen Jahren konstant niedriger, als zuvor angenommen. So sah die Haushaltsplanung für das Jahr 2010 Zinsausgaben in Höhe von 48,1 Milliarden Euro vor, tatsächlich fielen jedoch nur 25,9 Milliarden Euro an. Im vergangenen Jahr führten die aufgrund der strikten Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) abermals gesunkenen Zinsen zu einer Kostenersparnis von mehr als 22 Milliarden Euro gegenüber der ursprünglichen Planung, berichtet die „Welt“. Bereits jetzt sei klar, dass auch im Jahr 2015 2,1 Milliarden Euro weniger für Zinsen aufgebracht werden müsste, als im Regierungsentwurf aus dem vergangenen Jahr vorgesehen.

Bund als Gewinner der Finanzkrise

Die gute Lage des Bundeshaushalts – die von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) viel zitierte „schwarze Null“ – sei also vor allem ein Resultat der europäischen Zinspolitik. „Die Europäische Zentralbank (EZB) und nicht die Bundesregierung ist hauptverantwortlich für die Fortschritte bei der Haushaltskonsolidierung“, so Sven-Christian Kindler, haushaltspolitischer Sprecher der Grünen, in der „Welt“. Anders als krisengebeutelte europäische Staaten hätte die Bundesrepublik massiv von der Finanz- und Eurokrise profitiert. Leidtragende sind neben den europäischen Krisenstaaten auch die Sparer, die dank der anhaltenden Niedrigzinsen kaum noch Rendite auf ihre Spareinlagen erhalten. Wenn Sie Ihr Vermögen gewinnbringend anlegen wollen, bleibt Ihnen derzeit kaum eine andere Möglichkeit, als in börsenbasierte Werte, beispielsweise ETFs, oder klassische Aktienfonds zu investieren.

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