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Der Niedrigzins belastet Bausparkassen

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 07.08.2015

Für die Bausparkassen wird der anhaltende Niedrigzins zunehmend zur Herausforderung. Das geht aus einer Risikoumfrage der deutschen Finanzaufsicht BaFin hervor. In Bedrängnis befinden sich die Institute nach eigenen Angaben aber noch nicht. Zum Unmut der Verbraucher kündigen sie nun allerdings verstärkt hochverzinste Altverträge, deren primäres Ziel nicht die Baufinanzierung ist.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat zwölf private Bausparkassen und die neun Landesbausparkassen (LBS) zum zweiten Mal in diesem Jahr einem Stresstest unterzogen. Wie das Handelsblatt berichtet, sieht die Finanzaufsicht trotz der im Frühjahr erneut verschärften Zinssituation vorerst keinen Anlass zur Sorge. Die Institute könnten die unterschiedlichen Zinsentwicklungen bewältigen, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der privaten und öffentlich-rechtlichen Bausparkassen-Verbände.

Niedrigzins an Kapitalmärkten führt zu weniger Darlehensabrufen

Dennoch macht der anhaltende Niedrigzins den Bausparkassen zunehmend zu schaffen. Das aktuelle Zinsniveau sei der Erklärung zufolge die derzeit größte Herausforderung. Hintergrund ist, dass viele Kunden mit Altverträgen bei den Bausparkassen zwar weitersparen – schließlich gibt es hier noch überdurchschnittlich gute Zinsen. Kredite würden die Kunden jedoch zu günstigeren Konditionen bei anderen Geldinstituten aufnehmen. Die Bausparkassen haben daher allein im vergangenen Jahr bis zu 200.000 Altverträge gekündigt, deren primäres Ziel offenbar nicht die tatsächliche Baufinanzierung ist, sondern das Sparen mit guter Rendite.

Bausparkassen bieten teilweise noch Verzinsung von vier Prozent

Da in diesen Altverträgen noch drei bis vier Prozent Zinsen vorgesehen sind, ist die Kündigung für Verbraucher ärgerlich – zumal es angesichts des Niedrigzinses derzeit keine festverzinslichen Anlagealternativen mit ähnlicher Rendite gibt. Festgeld und Tagesgeld sind zwar sichere Anlagen für risikoscheue Sparer, versprechen aber kaum mehr als ein Prozent Zinsen. Rechtlich ist die Lage noch undurchsichtig. Wie der „Bayerische Rundfunk“ berichtet, hat das Landgericht Mainz zugunsten der Bausparkassen entschieden. Das Landgericht in Stuttgart fällte hingegen ein Urteil im Sinne der Kunden.

Bausparkassen geben der Niedrigzins-Politik der EZB die Schuld

Die Bausparkassen geben der Europäischen Zentralbank (EZB) die Schuld an ihrer schwierigen Lage. Die Politik habe ausgerechnet die Geschäftsmodelle der Kreditwirtschaft unter Druck gesetzt, die sich in der Finanzkrise als wichtiger Stabilitätsanker erwiesen habe, kritisieren die Verbände in ungewohnter Einheit. Neben der Kündigung von Altverträgen wollen die Bausparkassen der Herausforderung mit neuen Bausparprodukten und Kosteneinsparungen begegnen.

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