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Niedrigzins: Rettungsversuch für Bausparverträge

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 15.11.2015

Knapp 30 Millionen Bausparverträge gibt es in Deutschland. Doch das beliebte Finanzprodukt ist in Gefahr. Aufgrund der Niedrigzins-Phase belasten hochverzinste Altverträge die Bausparkassen stark. Ein neues Gesetz soll das klassische Geschäft der Anbieter retten, indem sie mehr Spielraum für Investitionen erhalten. Es gibt jedoch Kritik.

Bausparkassen geraten aufgrund der anhaltenden Niedrigzins-Phase verstärkt unter Druck. Der Bundestag arbeitet derzeit an einem Gesetz zur Rettung der Bausparverträge, zu dem es nun die zweite Lesung gab, wie die „Welt“ berichtet. Die Novelle soll es den Kassen ermöglichen, mit ihren überschüssigen Geldern ins klassische Bankgeschäft einzusteigen. Sie dürften dann beispielsweise wie Banken Kredite ohne vorherige Sparphase vergeben.

Warum die Niedrigzins-Phase zum Problem wird

Vor allem Bausparverträge aus der Zeit vor der Finanzkrise, als die Zinsen noch hoch waren, bringen die Kassen in Bedrängnis. Viele dieser Kunden, aber auch Neukunden nutzen ihre Bausparverträge als Alternative zum unrentableren Sparbuch oder Tagesgeld. Zudem tragen die günstigen Konditionen für Baufinanzierungen dazu bei, dass kaum noch Bauspardarlehen abgerufen werden. Damit gerät das klassische Geschäft der Bausparkassen in eine Schieflage. Grundlage dafür ist nämlich, dass die Bausparguthaben der einen Kunden die Bauspardarlehen der anderen Kunden finanzieren. Es gibt noch eine zweite Gefahr. In der Niedrigzinsphase sichern sich Kunden die aktuell historisch niedrigen Zinssätze für ihre späteren Darlehen. Es gilt als wahrscheinlich, dass bis zur Auszahlung in zehn bis zwanzig Jahren eine Zinswende eingesetzt hat

Kritik am Gesetz zur Rettung der Bausparverträge

Hartmut Schwarz von der Verbraucherzentrale Bremen warnt in der „Welt“ vor den Risiken, sollten Bausparkassen wie andere Kreditinstitute investieren und spekulieren dürfen. Gerhard Schick, finanzpolitische Sprecher der Grünen sieht in einem neuen Gesetz keine Lösung für das Problem. „Das klassische Geschäftsmodell der Bausparkassen funktioniert schon länger nicht mehr“, sagt er gegenüber der Zeitung. „Die Bausparkassen sollten sich deshalb nicht mit der Niedrigzinsphase herausreden, sondern eine Antwort auf die grundlegenden Probleme der Branche geben.“

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