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Niedrigzinspolitik: Sind Betriebsrenten in Gefahr?

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 03.03.2015

Immer mehr Firmen geraten wegen der anhaltenden Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) in finanzielle Bedrängnis, wenn es darum geht, ihren Angestellten die vereinbarten Betriebsrenten zu zahlen. Per Betriebsrente wurden Arbeitnehmern in Deutschland Summen in Milliardenhöhe zugesagt – doch es wird immer schwieriger für Unternehmen, entsprechende Rücklagen zu bilden.

In Deutschland bekommen immer mehr Unternehmen die steigende Pensionslast durch die Betriebsrente zu spüren. Nicht nur, dass die Menschen immer älter werden und länger Rente beziehen, auch die anhaltenden Niedrigzinsen machen die betriebliche Altersvorsorge zu einem immer schwieriger zu beherrschenden Risiko für die Firmen, berichtet „Die Welt“.

Niedrigzinsen erfordern größere Rücklagen

Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) trifft die Unternehmen bei ihren Sparvorhaben: Zwar legen Konzerne für gewöhnlich in gewissen Abständen einen bestimmten Betrag zurück, um ihren Pensionsverpflichtungen nachzukommen, doch werfen die Anlagen angesichts der aktuellen Niedrigzinsen immer weniger Renditen ab. Die Unternehmen müssen also zunehmend größere Summen sparen und im Umkehrschluss höhere Gewinne einfahren, um ihre Betriebsrentenverpflichtungen zu erfüllen.

Rücklagen für die Betriebsrente im letzten Jahr stark gesunken

„Die ultralockere Geldpolitik der EZB drückt den Rechnungszins nach unten, was zu steigenden Kosten für die betriebliche Altersvorsorge führt“, wird Thomas Jasper von der Unternehmensberatung Tower Watson zitiert. Zu der Diskussion rund um das Thema Betriebsrente in Zeiten von Niedrigzinsen steuert das Consulting-Unternehmen außerdem einige alarmierende Zahlen bei, die aus einer ihrer Auswertungen hervorgehen. So wird das Pensionsvermögen der 30 DAX-Unternehmen in Deutschland mit 213,4 Milliarden Euro beziffert – dieser Summe stehen jedoch Pensionsverpflichtungen in Höhe von 391,7 Milliarden Euro gegenüber. Demnach sind lediglich 54,5 Prozent der Betriebsrentenverpflichtungen durch Kapitalanlagen abgedeckt. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es noch 65,3 Prozent.

Entwarnung: Zugesagte Ansprüche bleiben bestehen

Um die Finanzierungslücke für die Betriebsrenten auszugleichen, bliebe vielen Unternehmen nichts anderes übrig, als Aktionäre um finanzielle Hilfe zu bitten. Dies belaste zwar die Unternehmen, die Betriebsrenten seien jedoch nicht in Gefahr, versichert Jasper. Angestellte mit Betriebsrentenanspruch müssten sich nicht sorgen: Die Zusagen würden ihre Gültigkeit behalten. Gerät ein Unternehmen in Schieflage, springt in der Regel der aus den Beiträgen von Mitgliedsunternehmen unterhaltene Pensionssicherungsverein für die Zahlung der Betriebsrenten ein.

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