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Niedrigzinsphase bedroht Lebensversicherer massiv

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 11.06.2015

Die anhaltende Niedrigzinsphase macht nicht nur Sparern zu schaffen. Den Lebensversicherern setzen die niedrigen Zinsen gleich von mehreren Seiten zu. Sie erwirtschaften nicht nur geringe Zinserträge, sondern müssen auch noch hohe Rücklagen bilden, um das Zinstief auszugleichen und den Garantiezins leisten zu können. Eine aktuelle Untersuchung zeigt das Ausmaß der Bedrohung.

Für manche deutsche Lebensversicherer könnte es aufgrund der ausgedehnten Niedrigzinsphase demnächst finanziell sehr eng werden. Um allen Kunden gegenüber den zugesicherten Garantiezins leisten zu können, fehlt einigen schlichtweg das Geld. Dies geht aus einer aktuellen Untersuchung der Ratingagentur Assekurata hervor.

Lebensversicherer an mehreren Fronten von Niedrigzinsphase bedroht

Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase sind die Erträge der Lebensversicherer, die Kundengelder primär in festverzinsliche Anlagen investieren, erheblich zurückgegangen. Bereits im April hatten daher einige Ratingagenturen Alarm geschlagen. Denn der bei einer Kapitallebensversicherung zugesicherte Garantiezins muss geleistet werden. Doch auch an anderer Stelle sorgen die niedrigen Zinsen für Probleme bei den Versicherern. Die aktuelle Untersuchung zeigt nämlich auf, dass die Zinszusatzreserven, die die Lebensversicherungen als weitere Sicherheit bilden müssen, so hoch ausfallen könnten, dass es die Branche massiv belasten würde.

Sicherung des Garantiezinses kann zu enormer Belastung werden

Die Zinszusatzreserve war vor vier Jahren eingeführt worden, um sicherzustellen, dass die Versicherer auch in Niedrigzinsphasen den vertraglich zugesicherten Garantiezins leisten können. Die Lebensversicherer sind verpflichtet, diese Rücklagen zu bilden. Die Höhe der Reserve orientiert sich am aktuellen Zinsniveau. Je niedriger die Zinsen sind, desto höher sind die Reserven, die die Versicherungsgesellschaften bilden müssen.

Bis Ende 2014 belief sich die Zinszusatzreserve der gesamten Branche auf insgesamt 21 Milliarden Euro. Im laufenden Jahr könnten noch einmal 12 bis 14 Milliarden hinzukommen. Im Rahmen der Untersuchung wurden verschiedene Szenarien entwickelt und die jeweiligen Auswirkungen auf die zu bildenden Rücklagen kalkuliert. In der pessimistischsten Modellrechnung, bei der von einer über die nächsten Jahre anhaltenden Niedrigzinsphase mit einem Referenzzins von deutlich unter einem Prozent ausgegangen wird, müssten die deutschen Lebensversicherer bis zum Jahr 2024 Reserven in Höhe von mehr als 150 Milliarden Euro bilden. „Reservierungsanforderungen in dieser Höhe würden die Branche massiv belasten und auf breiter Linie zu Finanzierungsengpässen führen“, so die Verfasser der Studie.

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