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Niedrigzinsphase: Druck auf Banken wächst

Autor: FinanceScout24 - Veröffentlicht am 23.06.2016

Auch wenn die Banken und Sparkassen in Deutschland bereits auf die Niedrigzinsphase reagieren und Gebühren für bestimmte Dienstleistungen erheben, wächst der Druck auf sie. Bafin und EZB fordern eine Überarbeitung ihrer Geschäftsmodelle, um ihre Abhängigkeit vom Zinsniveau zu reduzieren.

Aufgrund der Niedrigzinsphase geraten die Banken und Sparkassen in Deutschland zunehmend unter Druck. Die Kreditinstitute sind stark von den Zinserträgen abhängig, die mittlerweile nicht mehr ausreichen, um wirtschaftlich zu arbeiten. Die Finanzaufsicht Bafin fordert deshalb, dass die Geschäftsmodelle der Institute überarbeitet werden.

Geschäftsmodelle in der Kritik

Die Minuszinsen für die zehnjährige Bundesanleihe, die nun erstmals anfallen, sind ein weiteres Signal für die Auswirkungen der Niedrigzinsphase. Durch die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) geraten Kreditinstitute immer mehr in Bedrängnis, denn sie sind zu 80 Prozent von Zinserträgen abhängig. Das kritisiert Felix Hufeld, der Präsident der deutschen Finanzaufsicht Bafin, und fordert eine Überarbeitung der Geschäftsmodelle von Banken und Sparkassen.

Die EZB schließt sich dieser Forderung an. Bei den Kreditinstituten wird dagegen Widerspruch laut. Eine Sprecherin des Bundesverbandes der Volks- und Raiffeisenbanken sagte laut der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ): „Es wäre nicht im Sinne der Volkswirtschaft, wenn Mittelstandsfinanzierer wie die Volks- und Raiffeisenbanken ihre Geschäftsmodelle ändern würden.“

Reaktionen der Banken auf die Niedrigzinsphase

Die Geldhäuser versuchen bereits seit einiger Zeit, Kosten zu sparen. Bislang ist es zwar nicht geplant, Negativzinsen auch an Privatkunden weiterzugeben, doch zum Beispiel bei der Commerzbank werden sie für Geschäftskunden bereits fällig. Auch durch Gebühren für bestimmte Dienstleistungen versuchen die Banken, in der Niedrigzinsphase einen Ausgleich zu schaffen. Bei der Postbank fallen zum Beispiel Gebühren für Überweisungen an, die auf Papierbelegen eingereicht werden. Nach Angaben eines Postbank-Sprechers zieht die Bank künftig noch weitere Gebühren in Erwägung. Auch die Sparkassen sehen sich gezwungen, Gebühren für Girokonten zu erheben. Dagegen teilt die Commerzbank mit, am kostenlosen Girokonto festhalten zu wollen. Zudem erhalten Neukunden in einer aktuellen Kampagne nach wie vor ein Begrüßungsgeld von 100 Euro.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung

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